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Dormagen: Zuckerfabrik: Redos kompromissbereit

Dormagen : Zuckerfabrik: Redos kompromissbereit

Der Investor für das Fachmarktzentrum auf dem Zuckerfabrikgelände, will das Einkaufscenter in kleinerer Dimension bauen. Das hatte ein Gutachter empfohlen. Unstimmigkeiten gibt es bei der Anordnung von Gebäuden und Parkplätzen.

Monatelang herrschte Funkstille. Nachdem das Gutachterbüro Dr. Jansen im Juni empfohlen hatte, das geplante Fachmarktzentrum auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände kleiner zu dimensionieren, war Investor Area (vormals Apollo Redos) in der Versenkung verschwunden. Selbst in der Verwaltung warteten die Experten achselzuckend auf ein Signal.

Das gibt es nun. Klaudia Herrmann erklärte im Gespräch mit der NGZ: "Wir können uns eine neue Lösung vorstellen." An neuen Mietverträgen werde derzeit gearbeitet. Vom Tisch wäre damit auch die zunächst ins Auge gefasste Ansiedlung eines Zoo-, Sport-, Möbel- oder Tierfachmarkts. Klaudia Herrmann versicherte aber, dass die Platzierung eines Media Markts auf 3000 Quadratmetern weiterhin Bestand haben soll.

An den geplanten Verkaufsflächen soll nämlich nicht gedreht werden — dafür die Anzahl der Mieter reduziert werden. Insgesamt, so hatten die Gutachter ausgerechnet, könne der Einzelhandel an der Kölner Straße ein Fachmarktzentrum mit einer Größe von 16 800 Quadratmeter verkraften; ursprünglich anvisiert waren 35 000 Quadratmeter. "Wir stehen jetzt wieder ganz am Anfang eines Prozesses", sagt Klaudia Herrmann.

Alles rosig also? Noch nicht ganz. "Wir sind mit der Anordnung der Baukörper nicht einverstanden", sagt Klaudia Herrmann. Insbesondere geht es um die Parkplätze, die aus Area-Sicht den Eingängen zugewandt sein müssten. Sie würden so eine Barriere zur Kölner Straße hin bilden.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann ist ebenfalls zuversichtlich, dass das Projekt nun endlich umgesetzt werden kann. "Wir sind uns über die Grundzüge einig, jetzt geht es ums Finetuning, wir sind auf einem guten Weg", so der Bürgermeister. Gespräche zwischen Stadt und Area habe es im September gegeben, inzwischen habe die Verwaltung zwei Entwürfe von Area bekommen.

Die Europastraße selbst soll mit so genannten "shared spaces" auch für Fußgänger sicher gemacht werden. Diese Idee aus dem Gutachten ist geblieben. "Wir müssen deswegen mit dem Kreis reden", so Hoffmann, denn die Europastraße sei eine Kreisstraße. Finanziert werden müsste der Umbau vom Investor.

Was mit den Freiflächen passieren soll, konnte Klaudia Herrmann noch nicht sagen. Es gebe Überlegungen, aber noch kein finales Konzept. Auch mögliche Probleme mit der so genannten Seveso-II-Richtlinie, nach der der Einkaufstempel zu nah am Chempark liegen könnte, sind noch nicht ausgeräumt. Herrmann: "Wenn das finale Konzept steht, werden wir mit Fachingenieuren das Thema besprechen."

Klar ist: Nicht überall werden die Pläne für das Fachmarktzentrum enthusiastisch bejubelt. So hatte Andree Haack von der IHK Mittlerer Niederrhein bereits Wasser in den Wein gegossen: "Die Situation im Einzelhandel funktioniert heute nur noch über Verdrängung." Der Fußweg von der Kölner Straße zum Fachmarktzentrum sei unglaublich weit.

Einen neuen Zeitplan gibt es zwar noch nicht. Dass der Investor inzwischen wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, wird aber auch auf der neu gestalteten Homepage deutlich. Dort wird das "Projekt Dormagen" beworben. Geplante Fertigstellung: 2014.

(NGZ/ac)