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Dormagen: Zuckerfabrik: Bald Baustart

Dormagen : Zuckerfabrik: Bald Baustart

Im Februar soll nun der Bau des Fachmarktzentrums beginnen. Mit diesen Infos sorgte Bürgermeister Hoffmann beim Neujahrsempfang der Stadt für Staunen. Er zeichnete ein düsteres Bild der städtischen Finanzsituation.

Noch im Februar will Investor Redos offenbar mit dem Bau des Fachmarktzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Dormagener Zuckerfabrik beginnen. "Das ist jedenfalls die aktuelle Absicht des Unternehmens", verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann gestern beim Neujahrsempfang der Stadt Dormagen. Auf seine Ausführungen folgte lautes Lachen. An den kurzfristigen Baubeginn schien in der gut gefüllten Aula des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden keiner so recht zu glauben. Und doch trägt das Bauschild an der Europastraße einen neuen Aufdruck: "Baubeginn Februar 2011". Hoffmann, der gestern unter anderem die Finanzsituation der Kommunen anmahnte, sprach auch den Umbau des Bahnhofsumfeldes an. Zudem überreichte er Kämmerer Ulrich Cyprian die Goldene Münze der Stadt Dormagen.

Im Februar soll Baubeginn sein: Auf dem Zuckerfabrikgelände steht ein neues Schild. Bürgermeister Hoffmann betont während des Neujahrsempfangs der Stadt: "Wir werden dem Vorhaben nicht im Wege stehen." Foto: H. Jazyk

Am 23. März wird die Galerie Alte Post ihre Pforten öffnen. Dann, sagt Hoffmann, ist hoffentlich "der erste Spatenstich für das Fachmarktzentrum erfolgt. Wir als Stadt werden dem nicht im Wege stehen, wenn sich Redos an die vertraglichen und genehmigungsrechtlichen Festlegungen hält." Ob es in dieser Hinsicht noch Probleme gibt, blieb unerwähnt. Zuvor dankte Hoffmann den Brüdern Jürgen und Gerd Allard, die mit der Galerie Alte Post inmitten der Wirtschaftskrise ein 15-Millionen-Euro-Projekt in die Hand genommen hätten. "Inzwischen hat schon der nächste Bauabschnitt mit einer weiteren Investition in Höhe von 5,7 Millionen Euro begonnen", unterstrich er. Unter anderem wird das Ring-Center zwei neue Modeshops in der Galerie Alte Post eröffnen.

Doch der Bürgermeister fand auch mahnende Worte: Die Stadt müsse den strengen Sparkurs des vergangenen Jahres beibehalten. "Viele Folgen der Wirtschaftskrise werden uns erst in den kommenden Jahren ereilen", stellte er in Aussicht. "Durch die Änderung der Grunddaten beim Gemeindefinanzausgleich (die NGZ berichtete) droht uns in Dormagen allein für 2011 ein Verlust in Höhe von 4,5 Millionen Euro", zeichnete er ein düsteres Bild der allgemeinen Finanzsituation. Wenn das Land seine Ankündigungen in die Tat umsetze, würde dies alle Haushaltspläne zunichte machen. Hoffmann schloss nicht aus, dass die Stadt gegen das Gesetzesvorhaben des Landes Klage einreichen werde.

Dennoch plädierte er dazu, das Bahnhofsprojekt "als eine der ganz wenigen Maßnahmen, die wir uns noch leisten, umzusetzen." Als Vorteile des Vorhabens nannte er nicht nur Sauberkeit und Sicherheit, sondern auch die Verbesserung der Infrastruktur durch den gleichzeitigen Umbau des Busbahnhofes. "Ein guter Nahverkehr wird auch im Hinblick auf den demografischen Wandel immer wichtiger", erläuterte Hoffmann.

(NGZ)