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Zu teuer: Stadt Dormagen stoppt Bahnhofs-Umbaupläne

Dormagen: Überarbeitung bis Oktober : Stadt stoppt Pläne für Bahnhofs-Umbau

Das Ziel sind Einsparungen: Wegen der unsicheren Finanzierung durch das Land sollen die Pläne für die Umgestaltung der Westseite des Bahnhofs zur Knechtstedener Straße hin noch einmal überarbeitet werden.

Die Neugestaltung der Westseite des Bahnhofs, der „Rückseite“ zur Knechtstedener Straße, liegt vorerst auf Eis. Wie die Verwaltung am Freitagnachmittag bekannt gab, hat die Stadt Dormagen die Ausschreibung für den Umbau gestoppt: „Der Grund für diese Entscheidung war die erhebliche Kostensteigerung. Statt der ursprünglich geplanten 2,2 Millionen Euro lag das günstigste Angebot zuletzt bei 3,4 Millionen Euro“, erläutert Stadt-Pressesprecher Max Laufer.

Die Stadt Dormagen hat die Reißleine aber nicht nur wegen der Kostenexplosion gezogen, sondern auch weil die Bezirksregierung durchblicken ließ, dass der Förderanteil des Landes entgegen anders lautender erster Einschätzung doch nicht 70 Prozent betragen könnte. Der Erste Beigeordnete Robert Krumbein, der nach ersten Gesprächen mit der Landesbehörde in Düsseldorf noch gehofft hatte, die volle Förderung auch für die erheblich teurere Ausführung zu erhalten, erläutert: „Aufgrund der Konjunkturlage kommt es aktuell bei vielen kommunalen Bauprojekten zu erheblichen Kostensteigerungen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat uns klar signalisiert, dass vor diesem Hintergrund die Bewilligung weiterer Mittel für den Dormagener Bahnhof unsicher sei.“

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Das bedeutet: Umplanung und Prüfung auf Einsparpotenziale – aber ohne den ursprünglichen Zweck aus den Augen zu verlieren. Für die Neugestaltung der Bahnhof-Rückseite müsse daher der Rotstift angesetzt werden, so Krumbein: „Klar ist, dass die Bahnhofs-Westseite besser, heller und freundlicher gestaltet werden muss.“ Daran hält die Stadt trotz Sparzwang fest. Denn die Umgestaltung der Bahnhofs-Westseite in Horrem war eins der „Leuchtturmprojekte“ im Stadtteilentwicklungsprogramm „Soziale Stadt Horrem“, bei dem sich zahlreiche Bürger mit Anregungen beteiligt hatten: „Wir wollen Horrem aufwerten, der Stadtteil hat es verdient“, betont Krumbein.

„Unsere Planungs- und Ingenieurbüros haben wir deshalb beauftragt, alternative Planungen zu erarbeiten. Mit dem Ziel, die Grundzüge der ursprüngliche Planung deutlich günstiger zu realisieren“, erklärt Robert Krumbein. Dadurch wird sich der Baustart, der für Ende August vorgesehen war, weiter verzögern. Denn die wahrscheinlich signifikant anderen Pläne müssen nicht nur erst entworfen, sondern auch in den politischen Gremien beraten und bewertet werden. Neue Zielmarke: Die neuen Pläne sollen in der Sitzung des städtischen Planungs- und Umweltausschusses am 10. Oktober vorgestellt werden, ebenso eine neue Übersicht über das Gesamtprojekt „Soziale Stadt“.

Der Erste Beigeordnete ist überzeugt davon, das Grundkonzept der Planung auch „abgespeckt“ realisieren zu können, wie Krumbein auf Nachfrage erklärt: „Wir wollen die Lage auf jeden Fall mit einer breiten Treppe, die gut einzusehen und sicher ist, verbessern“, geht er auf die heutige Situation am dunklen Fußgänger-Tunnel zu den Gleisen ein. Auch eine Überdachung bleibe wünschenswert. „Unsere Planung war bisher sehr anspruchsvoll und nah an den Gleisen, was die Kosten hochgetrieben hat“, glaubt Krumbein, durch Modifikation und etwas Abstand trotzdem den gewünschten Effekt erzielen zu können, zu einem besseren Preis. „Ich hoffe, dass wir mit deutlich unter drei Millionen Euro auskommen werden“, sagt Krumbein.