1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Zonserin erstellt mobilen Reiseführer

Dormagen : Zonserin erstellt mobilen Reiseführer

Michaela Horst stammt aus Zons und lebt heute in der Schweiz. Dort arbeitet sie an mobilen Applikationen für Touristen. Die Tipps und Routen gibt es direkt auf das Smartphone und den Tablet-PC: für einen Besuch in Zons.

Fremde Städte zu erkunden, macht großen Spaß, vor allem, wenn man viel über den Ort erfährt. Eine konventionelle Stadtführung ist allerdings nicht jedermanns Sache. Der modernen Technik sei Dank gibt es jetzt eine Alternative zur Führung oder einem Reiseführer in Buchform — zumindest für Smartphone-Nutzer: die Reiseführer-App.

Michaela Horst lebt und arbeitet in der Schweiz. Als gebürtige Zonserin hat sie sich für ihre App durch viele Dokumente und Quellen gearbeitet. Foto: ON

"App" ist die Abkürzung für Applikation, eine kleine Anwendung auf dem Smartphone oder Tablet-PC. Neben den Metropolen London, Paris oder Rom sind es aber auch die kleinen Städte, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Beispiel Zons: Die gebürtige Zonserin Michaela Horst hat einen digitalen Reiseführer entwickelt — und zwar für ihre Heimatstadt. "Vor acht Jahren bin ich beruflich mit der Firma Nestlé, für die ich als Expertin tätig war, in die Schweiz gegangen", erzählt Horst. "Ich habe mich in der Schweiz gut eingelebt und genieße das reichhaltige Outdoor-Angebot in den Bergen. Irgendwann kam mir der Gedanke, mich selbstständig zu machen." Weil Horst bis zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig kreativ gearbeitet hatte, wollte sie unbedingt einen neuen Weg einschlagen: "Im Frühjahr vergangenen Jahres habe ich mir selbst erarbeitet, wie man eine App erstellt und mit Reisetipps für die Stadt Thun begonnen."

Doch auch die Stadt Zons ist aus Sicht von Michael Horst ein Touristenmagnet: "Ich habe meine gesamte Kindheit und Jugend in Zons verbracht, bis ich zum Studieren nach Aachen gegangen bin. Natürlich kannte ich viel von der Geschichte, habe in alten Dokumenten gestöbert und die Informationen zusammengetragen."

So bietet die Zons-App, die es für umgerechnet 4,49 Euro im App-Store gib, einen Überblick über die Stadtgeschichte, das Brauchtum und die Kultur, Zahlen und Fakten sowie spannende Insider-Tipps. Außerdem empfiehlt Michaela Horst Rundgänge durch die Zollfeste, etwa entlang der Stadtmauer oder durch die Gassen von Zons. "Wichtig — vor allem für Touristen — sind natürlich die Informationen zu Unterkünften, Restaurants und Möglichkeiten zum Ausgehen", sagt sie. Die Texte stammen alle aus ihrer Feder, auch die Fotos hat sie bei einem Heimatbesuch selbst gemacht und in die App integriert. "Die Zons-App gibt es ausschließlich auf Deutsch. An zweisprachigen Apps arbeite ich etwa sechs Wochen." Zwar seien die Download-Zahlen derzeit nicht zufriedenstellend, doch Michaela Horst hofft auf den Frühling, wenn Reiselustige Pläne schmieden für ihre Ausflüge.

"Die Kombination aus einer App und einem Reiseführer ist noch nicht allzu bekannt, dabei ist es sehr praktisch: Das Smartphone oder der Tablet-PC sind eigentlich immer dabei und so hat der Reisende alles in einer Hand. Das ist die Zukunft", sagt Horst. Getestet hat die App übrigens auch Michaela Horsts Vater Wolfgang (68). "Ich wollte wissen, wie er damit zurecht kommt, denn für unsere Generation ist vieles selbstverständlicher, weil wir mit den neuen Medien aufgewachsen sind." Ein zugängliches Menü und die klare Darstellung der einzelnen Bereiche machen die App allerdings auch für Ungeübte nutzbar.

Alle drei bis sechs Monate wird die App nun aktualisiert, das macht sie interessant — auch für Einheimische, die ihre Stadt einmal von einer anderen, neuen Seite erleben wollen. Derzeit arbeitet Michaela Horst an einer Reiseratgeber-App, die Informationen für 24 Länder weltweit liefern soll. "Alle Länder, die dort berücksichtigt sind, habe ich selbst bereist. Ich habe viel gesehen und erlebt und möchte das nun mit Touristen teilen."

(NGZ/ac)