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Dormagen: Zonser Stelenpfad zu "Geld und Moral"

Dormagen : Zonser Stelenpfad zu "Geld und Moral"

Mit deutschen und französischen Aphorismen zum Verhältnis von Geld und Verantwortung für andere möchten die Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons zum Nachdenken anregen. Auf dem Wallgraben sind die zwölf Texte zu lesen.

Der dritte Kulturpfad steht unter der Auseinandersetzung von "Geld und Moral", dabei geht es den "Kultur- und Heimatfreunden Stadt Zons" vor allem um die Verantwortung, auch an andere zu denken. "Die zwölf Aphorismen sollen zum Nachdenken anregen", erklärt Karl Kress, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Seit Sonntag sind die Stelen auf dem Wallgraben in Zons eröffnet. Wie Schirmherr, evd-Chef Rudolf Esser, sagt, sei mit Handel und Kaufentscheidungen auch Verantwortung verbunden: "Wir bestimmen, wohin unser Geld fließt."

Im Gewölbekeller unter der Nordhalle des Kreiskulturzentrums Zons erläutert das Stelen-Team um Rolf Gleich die Aphorismen deutsch- und französischsprachiger Autoren. So weist Wolfgang Heinrich auf den Vorwurf der Bestechlichkeit hin, auf den der französische Politiker Edgar Faure mit dem Satz "Geld verdirbt nur den Charakter, der bereits verdorben ist" geantwortet hat. Demgegenüber hatte der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer in seiner eigenen Familie erlebt, wie das Vorhandensein von viel Geld abstumpfen lässt gegenüber der Not anderer: "Der Reichtum gleicht dem Seewasser, je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man."

Das Geld wird beschrieben als "ein guter Diener und ein schlechter Herr" (Alexandre Dumas d. J.) oder gemeinsam mit dem Ehrgeiz als "der Ursprung allen Übels der Welt (Albert Cossery). Wolfgang Heinrichs tippt auf wissenschaftlichen Erfolg und Frieden, die Albert Einstein im Sinn hatte, als er sagte: "Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt." Auch Jean-Jacques Rousseau überzeugt mit: "Geld, das man besitzt, ist Mittel zur Freiheit; Geld, dem man nachjagt, führt in Abhängigkeit." Sehr modern der Ausspruch von König Friedrich II. von Preußen aus dem 18. Jahrhundert: "Eine Regierung muss sparsam sein, weil das geld, das sie erhält, aus der Leistung ihres Volkes stammt." Wilhelm Busch ist mit "Doch guter Menschen Hauptbestreben ist, Anderen auch was abzugeben" vertreten.

Deutschland und Frankreich verbindet die Geschichte: Wie aus den beiden aus dem karolingischen Reich hervorgegangenen "Zwillingen" erst Feinde und wieder Freunde geworden sind, führt Stephen Schröder, Leiter des Archivs im Rhein-Kreis Neuss, bei seinem Referat "50 Jahre nach dem Élysée-Vertrag" vor Augen: "Auch wenn heute die deutsch-französische Freundschaft tief in der Bevölkerung verankert ist und beide Staaten zum Motor eines friedlichen Europas geworden sind, musste jedoch der absolute Tiefpunkt nach den beiden Weltkriegen erst überwunden werden." Die Versöhnung und Verständigung nun zu festigen, sei wohltuend unspektakulär und auch durch Städtepartnerschaften auf eine gute Basis gestellt, sagt Schröder. Das bekräftigt auch Danielle Vanoverberghe, Vorsitzende der "Amis de Dormagen": "Ich hoffe, dass die Freundschaft zwischen unseren Städten weiter wächst." Auf diese Friedensarbeit könnten alle stolz sein, meint die Französin aus der Partnerstadt Dormagens: "Es lebe die deutsch-französische Freundschaft, es lebe Europa!" Johannes Marx, Vorsitzender der "Freunde von Saint-André" lobte den guten Kulturaustausch zwischen den Städten: "Europäischer Friede kann nicht nur in Straßburg und Brüssel gefestigt werden, sondern vor allem durch die Menschen."

Auch Vize-Bürgermeister Erik Lierenfeld betrachtet die Freundschaft zwischen den Völkern nicht als selbstverständlich: "Es ist wichtig, Gemeinsamkeiten zu stärken und durch gegenseitige Besuche das Verständnis zu fördern." Hausherr Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betont: "Ein friedvolles Europa ist weiterhin etwas Besonderes, auch in schwierigen Zeiten muss man zusammenstehen."

(NGZ/rl)