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Zonser Komponistinnen-Festival: Johanna Summer-Konzert in Dormagen

Zonser Komponistinnen-Festival : Erfolgreiche Musikerin spielt Konzert in Dormagen

Eine erfolgreiche Musikern wird auf dem Zonser Komponistinnen-Festival ein Solokonzert spielen. Sie erklärt im Gespräch, warum das Festival so wichtig ist.

Als mehrmalige Gewinnerin des Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und „Jugend jazzt“, studierte Jazz-Musikerin und Preisträgerin vieler anderer Wettbewerbe ist Johanna Summer (26) eine der Top-Solistinnen in Deutschland. Die junge Pianistin veröffentlichte 2020 ihr Solo-Debüt „Schumann Kaleidoskop“, auf dem sie sich improvisatorisch mit der Musik Robert Schumanns auseinandersetzt. Am Wochenende wird Summer in Zons zu Gast sein und mit ihrem Klavier die „Grenze zwischen Jazz und Klassik“ verschwimmen lassen. Als Premiere für das Zonser Komponistinnen-Festival wird sie sich erstmalig nicht nur mit den Stücken von Robert Schumann, sondern unter anderem auch mit denen seiner Frau, der erfolgreichen Pianistin Clara Schumann, auseinandersetzen.

Frau Summer, wie kamen Sie zu der Musik und wie haben Sie sich entwickelt?

Johanna Summer Ich habe mit sieben Jahren mit dem Klavierspielen angefangen und habe mich bis ich 16 war nahezu ausschließlich mit klassischer Musik beschäftigt. Ich war bereits damals recht ‚übefaul’ und habe schon immer lieber improvisiert oder eigene Stücke geschrieben. Einer meiner Musiklehrer hat mir dann den Weg zur Jazz-Musik geebnet. Ich habe Jazz-Klavier studiert und mich lange Zeit darauf konzentriert. Dennoch lag die klassische Musik mir immer am Herzen, weshalb ich mich vor einigen Jahren dazu entschlossen habe, die beiden Musikstile mit einander zu verbinden und somit habe ich mich wieder auf meine Wurzeln besonnen. 

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Was drücken Sie mit ihrer Musik aus?

Summer Dass ich von meiner Musik leben kann, ist natürlich ein Traum, der in Erfüllung geht. Das bedeutet mir viel. Ich mache bei den beiden Genres musikalisch keinen Unterschied und ich gehe an jedes Stück so ran, wie ich es gerade in dem Moment fühle. Ich denke nicht in Schubladen und mein Programm basiert hauptsächlich auf Stücken - in diesem Fall von Robert Schumann - die ich neu und spontan auf der Bühne improvisiere. Bei mir ist kein Konzert gleich, jedes ist einzigartig.

Improvisieren werden Sie auch am kommenden Wochenende in Zons. Wie sehen Sie die Rolle der Frau in Ihrer Branche?

Summer Ich glaube, dass sich gerade eine Menge ändert. Es gibt eine viel größere Aufmerksamkeit für das Thema, das war früher sicherlich anders. Die Rolle der Frau hat sich stark verändert. Es gab schon damals viele bekannte Instrumentalistinnen, nur als Komponistinnen standen sie öfter mal im Schatten der Männer. Der Anspruch des Festival ist es, den Frauen als Komponistinnen eine Bühne zu geben.

Was macht das Zonser Komponistinnen-Festival für Sie besonders und was könnten Sie mitnehmen?

Summer Die Anfrage kam bereits vor etwa anderthalb Jahren und ich habe zugesagt. Ich habe mich hingesetzt und Stücke von weiblichen Komponistinnen ausgewählt. Mein Repertoire reicht von Clara Schumann bis Carla Bley. Ich musste mich nochmal an ganz neue Stücke herantrauen. Ich kenne kein anderes Festival, welches ausschließlich weibliche Komponistinnen in den Fokus stellt. Daher ist es schon etwas Besonderes. Ich freue mich daher dabei sein zu können. Auch auf dieser Bühne werde ich die Stücke der Komponistinnen improvisieren.

Haben Sie ein Vorbild?

Summer Ich habe viele musikalische Vorbilder. Beethoven finde ich zum Beispiel faszinierend. Er hat trotz aller Schwierigkeiten und obwohl ihm nahezu alles genommen wurde, immer weiter gemacht. Er hat sich in den Dienst der Musik gestellt und hatte noch viel zu sagen.