Zons- Mehr als 100 Freiwillige beim Rhine-Clean-up

Müllsammelaktion : Rhine-Clean-up mit 116 Freiwilligen

Entlang einer Strecke von 15 Kilometern wurden sechs Tonnen Müll gesammelt.

15 Rheinkilometer, befreit von sechs Tonnen Müll: Das ist die Bilanz des Rhein Clean Up Days in Dormagen. „Ich bin überwältigt von der Zahl von 116 Freiwilligen, Ihr wart einfach Spitzenklasse“, sagte Organisatorin Karin Schwanfelder aus Zons am Ende des vierstündigen Aufräummarathons, der am Samstag um 9.30 Uhr in Zons begann. Mit von der Partie: Die Schwestern Marion und Lydia aus Heinsberg, die über eine Geocaching-Community auf die Aktion gestoßen sind. Mehr als 60 Kilometer Anreise, um anderer Leute Müll wegzuschaffen – warum macht man das? „Weil wir übers Geocaching sowieso immer unterwegs sind, gerne neue Leute treffen und hier auch noch was Sinnvolles machen können“, sagt Marion.

Die Schwestern haben sich beim Müllsammeln mit Reinhold aus Düsseldorf zusammengetan. Er hat Tochter Isabell dabei, die hier und heute auch eine Lektion in Sachen Umweltschutz lernt. Vieles von dem, was die Truppe aus dem Ufergebüsch holt, dürfte auf Schiffen - wohl nicht ganz zufällig - über Bord gegangen sein: Ölfässer, Eisenketten, Kleidung. Der Erdkunde-Leistungskurs des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden ist mit etlichen Schülern und Lehrer Tobias Raidelet unterwegs, „um den Müll hier rauszuholen, bevor er in Indien angeschwemmt wird, es geht ja alles in die Ozeane“, wie Julius es formuliert. Neben einem 40 Kilogramm schweren Rohr ist den Schülern auch ein angekokeltes Chemiebuch nebst Anleitung zum Schnapsbrennen untergekommen. Alles wird in blauen Säcken entlang des Rheinufers deponiert. Die Anglerjugend unter Harald Oehmen hilft, wie andere auch, beim Einsammeln mit geländetauglichem Fahrzeug und Anhänger. Ein Blick auf Berge von Unrat, die sich später auf dem Rheintorparkplatz türmen, bestätigt die simple Erkenntnis: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

All die Einkaufswagen, Fahrradleichen, Autoreifen, Dosen, Flaschen und Grills würden noch immer das Rheinufer, Lebens- und Erholungsraum für Mensch und Tier, vermüllen, gäbe es Menschen wie Karin Schwanfelder und ihre Helfer nicht. Für alle Mitwirkenden schenken Christine Oehmen und Wolfram Domski am Ende Müllsammelaktion Erbsensuppe aus. Auch die Stadt leistet ihren Beitrag zum Herbstputz. Sie wird heute die Müllberge auf dem Zonser Parkplatz und jene, die noch im Grind aufgestapelt sind, entsorgen.

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