Dormagen: Zons, das Fernsehdorf

Dormagen: Zons, das Fernsehdorf

Zwei- bis dreimal im Jahr zieht es Filmcrews nach Zons. Jetzt war der Stadtteil wieder prominent im TV zu sehen – und mit ihm Thomas Nußbaums Gaststätte "Zum Feldtor". Dort entging Detektiv "Wilsberg" knapp einer Schlägerei.

Zwei- bis dreimal im Jahr zieht es Filmcrews nach Zons. Jetzt war der Stadtteil wieder prominent im TV zu sehen — und mit ihm Thomas Nußbaums Gaststätte "Zum Feldtor". Dort entging Detektiv "Wilsberg" knapp einer Schlägerei.

Auch andere Zonser Kulissen kommen, zum Teil leicht abgeändert, in dem ZDF-Krimi vor, wie hier der Vorplatz der St. Martinus Kirche. Foto: ZDF/engls

Vier Tage lang haben Mord, Entführung und Betrug in Zons Einzug gehalten. Damals, im Mai 2010, bekam Zons plötzlich auch mit Horsthausen einen anderen Namen und befand sich statt im Rhein- im Münsterland. Eine TV-Crew, etwa 40 Mann groß, die für das ZDF die Krimiserie "Wilsberg" produziert, hatte sich Zons als Drehort ausgesucht. Vergangenen Samstag war der Krimi zur besten Sendezeit im Fernsehen zu sehen.

Die Schauspieler Oliver Korittke (Mitte, als Ekki) zusammen mit Leonard Lansink (links, als Georg Wilsberg) und Heinrich Giskes (als Ekkis schwerhöriger) in den Straßen von Horsthausen alias Zons. Foto: zdf/Engels

Für Thomas Nußbaum war die Ausstrahlung ein Pflichttermin. Der Wirt der Gaststätte "Zum Feldtor" hat — passend zu seinem 47. Geburtstag am Samstag — mit Freunden den Krimi geschaut und natürlich sofort sein Haus erkannt. Denn zwei Tage lang hatte er im Mai 2010 seinen Betrieb zugemacht, damit die Filmcrew seinen Gasthof nutzen konnte. Statt Stammgäste zogen Kameraleute, Schauspieler und Statisten ein. "Letztere haben bei uns im Kaminzimmer auf ihren Einsatz gewartet", erzählt Nußbaum. Der Rummel in seinem Hause habe ihn viel Spaß gemacht.

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Zu sehen ist sein Gasthaus in mehreren Szenen. In einer gerät Privatermittler Wilsberg (Leonard Lansink) fast in eine Prügelei mit drei jugendlichen Kneipenbesuchern. "Es ist schon witzig, dass unser Haus da so ein wenig die ,verruchte Dorfkneipe' darstellt", sagt Nußbaum und lacht. In den vergangenen Tagen haben ihn viele Zonser scherzhaft nach einem Autogramm gefragt. Aber auch andere Zonser Plätze sind in dem Krimi kurz zu sehen, etwa die Kirche St. Martinus, vor der die Filmcrew eine provisorische Bushaltestelle aufgebaut hatte, auf deren Bank Wilsberg ein Schläfchen hält.

Zons ist nicht zum ersten Mal Drehort für Fernsehproduktionen. Im Schnitt zwei bis drei Mal kommen TV-Crews in den Stadtteil am Rhein, zuletzt für die Produktionen "Das Leben ist nichts für Feiglinge" (Arte/WDR) und im April 2011 für "Russland, mein Schicksal" (WDR/NDR). Der Goldberger See in Nievenheim war außerdem über einen längeren Zeitraum Kulisse für die RTL-Seifenoper "Unter uns". Im Februar soll wieder in Zons gedreht werden.

"Das ist für die Stadt schon ein Imagegewinn, auch, wenn der Name nicht explizit genannt wird", sagt Robert Abts von der Kreis-Wirtschaftsförderung. Hinzu kommt, dass laut Berechnungen der Filmstiftung NRW, etwa ein Drittel der Produktionskosten in den Drehort fließen. Auch Nußbaum hat eine Aufwandsentschädigung bekommen. Wie hoch die war, mag er nicht sagen.

(NGZ/rl)
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