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Dormagen: Zons braucht neue Wirte

Dormagen : Zons braucht neue Wirte

Es kommt Bewegung in die Zonser Gastronomie: Die Eigentümerin der Traditionsgaststätte "Zum St. Peter" will das gesamte Gebäude verkaufen, "Zum Türmchen" sucht neue Pächter und das Schlosscafé wird komplett umgebaut.

An der Tür des Lokals "Zum Türmchen" pappt ein weißer Zettel. "Neupächter zum 1. April 2013 gesucht", steht darauf. Schräg gegenüber kleben in den Fenstern der Traditionsgaststätte "Zum St. Peter" auch weiße Zettel: "Zu verkaufen". Anneliese Fischer sucht aber keinen neuen Pächter. Sie möchte das gesamte "Anwesen" loswerden. Was damit passiere, sagt sie, sei ihr egal: "Wer das Haus kauft, kann damit machen, was er will." Zum Beispiel Wohnungen oder Büros reinbauen.

Bürgermeister verprügelt

Der Leiter des Stadtmarketings, Guido Schenk, bedauert den Leerstand. "Das Lokal hat große Tradition, seit Jahrhunderten war ein gastronomischer Betrieb in dem Gebäude." Legenden ranken sich gar um die Gaststätte. Unter mysteriösen Umständen soll einst ein Mann dort zu Tode gekommen sein. Der Zonser Nachtwächter erzählt Besuchern die Geschichte von Lambertus Braun, dem ehemaligen Bürgermeister, den aufgebrachte Bürger vor St. Peter verprügelten.

"Eine gewisse Fluktuation unter den Wirten ist völlig normal", betont Schenk. Und ergänzt: "Wir haben ein gutes gastronomisches Angebot in Zons." Ein weiteres kommt zu Beginn des nächsten Jahres hinzu: Das Schloss-Café am Schloßplatz soll im Februar oder März neu eröffnen. Der Dormagener Gastronom Roberto de Bonis und die Betreiber des Eiscafés Adamis in der Rathaus-Galerie wollen "Zons den ganz Tag beleben".

So soll es bald hausgemachtes Eis und Kuchen, Snacks und Getränke geben. "Die Gäste können bei uns ab 10 Uhr frühstücken und abends noch einen Cocktail trinken", verspricht de Bonis. "Wir stellen einen Konditor ein und werden unseren Kuchen auch zum Mitnehmen anbieten."

Neben dem Gastraum soll auch die Fassade des Gebäudes umgestaltet werden. De Bonis: "Das Café bekommt einen neuen Eingang, die Fenster werden bis zum Boden gezogen." Tourismusexperte Schenk freut sich insbesondere über die frühe Öffnungszeit des Cafés: "Oft kommen Radfahrer morgens nach Zons und möchten eine Tasse Kaffee und ein Brötchen", berichtet er. "Bisher haben wir leider das Problem, dass die Betriebe erst gegen 11 Uhr oder mittags öffnen. Daran müssen wir arbeiten."

Anneliese Fischer hätte auch keine Einwände, wenn ein Gastronom ihr Haus kauft. Im Gegenteil: "Mich rufen viele Menschen an, die nur an der Gaststätte interessiert sind – aber ich will das Anwesen verkaufen." Das Restaurant eigne sich wunderbar für gehobene Küche, schwärmt sie, italienisch oder französisch vielleicht. "Wenn hier ein neues Restaurant aufmacht", versichert Fischer, "dann würde ich gern hier essen."

(NGZ)