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Dormagen: Zoll- und Märchenstadt Zons ist beliebtestes Ziel

Dormagen : Zoll- und Märchenstadt Zons ist beliebtestes Ziel

Seit 60 Jahren locken die Aufführungen der Freilichtbühne Besucher nach Zons – neben Cafés, der alten Festungsanlage und dem Rhein.

Mit "Der gestiefelte Kater" hatte es vor sechs Jahrzehnten angefangen, jetzt feierte die Spielschar auf der Freilichtbühne Zons ihren 60. Geburtstag mit einer Auswahl beliebter Stücke. Neben der Freilichtbühne locken auch die mittelalterlichen Gebäude und Festungsanlagen der ehemaligen Zollfeste Zons mit den vielen Cafés und Restaurants Besucher an. Zons ist das beliebteste Ausflugsziel in Dormagen.

Die Märchenspiele und das große Gastronomische Angebot der ehemaligen Zollfeste Zons locken wöchentlich viele Besucher an. Foto: Hans Jazyk

Dank der bewährten Organisation von Elisabeth und Harald Krumbein verlief die 60-Jahr-Feier der Freilichtbühne reibungslos. So reibungslos, dass auch Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann begeistert war: "Wie viel Leben auch nach 60 Jahren noch in den Märchenspielen steckt, können wir an dem tollen Programm sehen, dass die Spielschar zu ihrem Jubiläum auf die Beine gestellt hat", sagte er, und hob besonders das Engagement von Elisabeth Krumbein hervor, die von Anfang an dabei ist und bereits im Alter von 15 Jahren auf der Bühne stand. Eingestimmt vom Akkordeon-Orchester Drabenderhöhe aus dem Bergischen Land begann das Programm auch gleich mit "Das tapfere Schneiderlein", bevor Rumpelstilzchen über die Bühne sprang, um sich "der Königin ihr Kind" zu holen. Kleine und große Frösche sowie eine zauberhafte Prinzessin spielten den "Froschkönig" unter der Regie von Jürgen Reinecke.

Unterbrochen wurden die Ausschnitte aus den Märchenstücken von der Showtanzgruppe "Happy Times", den Rolly Brings, die "Dornröschen op Kölsch" auf die Bühne brachten und dafür viel Applaus bekamen, den Zauberkünstlern "Alissa & Astro Aladino" und der Tanzgruppe "Finnlore". Durch das Programm führten Benedikt Reinartz und Hans-Georg Bögner.

Schon längst sind die Zonser Märchenspiele ein fester Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt: "60 Jahre Märchenspiele, 200 Jahre Märchen der Gebrüder Grimm – das ist ein Grund zu feiern", sagte auch Hans-Georg Bögner. Begeistert verfolgte auch Regina Schumacher (88) aus Köln das Treiben auf der Bühne – dieses Mal aber von der Tribüne aus. "Seit 18 Jahren bin ich dabei und das Spielen bedeutet mir viel", sagte sie. "Deshalb bin ich jedes Mal traurig, wenn die Spielsaison vorüber ist." Froh sei sie, dass ihre Freundinnen sie damals mit nach Zons gebracht haben. Denn, so Elisabeth Krumbein, deren Elternhaus in der Altstadt steht: "Zons hat so viel zu bieten – mehr noch als unsere Freilichtbühne." Die gesamte Stadtanlage sei wunderschön, viele versteckte Ecken gebe es zu erforschen. Das finden auch Anja Schrödter (63) und ihre Kursteilnehmerinnen vom Turnverein (TV) Hemmerden. "Einmal im Jahr planen wir einen gemeinsamen Ausflug und es hat uns schon mehr als einmal ins schöne Zons gezogen", sagte sie. Einladende Cafés, gemütliche Gassen, der Rhein in unmittelbarer Nähe und nicht zuletzt das Kreismuseum seien stets einen Besuch wert. "Hier verbindet sich Bewegung in der Natur mit dem Kulturellen – während die Sportlichen am Rhein spazieren gehen, gönnen sich die anderen ein Eis", ergänzt sie.

Auch Hermann und Angelika Löhrmann aus Köln besuchen gerne das alte Städtchen. "An manchen Tagen fahren wir morgens mit dem Rad nach Zons und genießen eine ausgedehnte Pause im Biergarten", so der 58-Jährige. "Diese Stadt hat alles, um Menschen zu gefallen. Doch eines Tages kamen Feen und Zwerge, Könige und Prinzessinnen und sogar sprechende Tiere, um in dieser Stadt zu leben. Mit dem Märchenspiel lag plötzlich ein Zauber auf ihr – und jetzt ist unser schönes mittelalterliches Städtchen wirklich perfekt", fasste der Bürgermeister seine Zons-Faszination zusammen.

(NGZ)