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Dormagen: Zirkus sucht verzweifelt ein Winterquartier

Dormagen : Zirkus sucht verzweifelt ein Winterquartier

Auch anderthalb Wochen nach der letzten Vorstellung fehlt dem Zirkus Laola eine Bleibe. Den Platz in Straberg muss er jetzt räumen.

Eigentlich würde für Eugen Neigert jetzt der ruhige Teil des Jahres anbrechen. Die Saison ist für den Direktor des Zirkus Laola seit anderthalb Wochen vorbei. Doch Neigert sucht noch immer händeringend nach einem Ort, an dem seine Familie und die Tiere den Winter verbringen können. Ein Erfolg will sich bislang nicht einstellen. "Etwas Passendes haben wir bisher nicht gefunden. Oder aber die Miete war zu hoch", sagt Neigert.

Nun wird die Zeit knapp. Denn die Genehmigung für den Aufenthalt auf dem Platz am Mühlenbuschweg gegenüber der Anlage des FC Straberg ist nach dem Gastspiel zu Beginn des Monats abgelaufen. Die Stadt drängt darauf, dass der Zirkus das Gelände verlässt. "Was wir brauchen, ist Zeit, um einen geeigneten Platz zu finden", sagt Neigert. Nicht nur die schwierige Suche nach einem Quartier bereitet dem Zirkusdirektor im Moment Sorgen. Ein weiteres Problem ist ein Defekt des Zugwagens für die Anhänger. Der Vorfall verhindere derzeit die Abreise und reiße ein Loch in das ohnehin knappe Zirkus-Budget, sagt Neigert

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In der Nachbarschaft macht sich indes die Sorge breit, dass der Zirkus möglicherweise doch am Mühlenbuschweg überwintern könnte. Dafür sei der Platz, auf dem Seniorenfitnessgeräte, Bolzplatztore und das Haus der Waldjugend stehen, nicht geeignet, sagt die CDU-Ratsfrau Margret Steiner. Die Strabergerin, die sich als Vorsitzende des Fördervereins Jugendarbeit Straberg um die Spielplätze im Ortsteil kümmert, führt an, dass die Kinder und Senioren nun schon lange genug auf das Areal haben verzichten müssen. Auch fürchtet sie, dass die Wagen der Schausteller Spuren im Untergrund hinterlassen könnten. Die Familie Neigert sei sehr sympathisch, versichert Margret Steiner, "aber es gibt in Dormagen viele Plätze, die besser für einen Zirkus geeignet sind", sagt sie.

Die Stadt ist nach Auskunft von Sprecher Harald Schlimgen darum bemüht, dass der Zirkus möglichst schnell weiterzieht. Es habe eine Genehmigung für die Dauer des Gastspiels gegeben, doch die Zeit sei lange überschritten. "Wir tun alles, damit der Zirkus weiterreisen kann. Wir sind im Gespräch", sagt Schlimgen. Den Schaustellern sei eine Frist gesetzt worden. Da der Zirkus angibt, aufgrund der kaputten Zugmaschine in einer Notlage zu sein, wolle man aber Fingerspitzengefühl zeigen. Ein Antrag auf ein Winterquartier läge nicht vor, dafür sei der Platz in Straberg auch nicht vorgesehen. Sollte die Wiese durch großen Schaden genommen haben, könne man notfalls die gezahlte Kaution zur Beseitigung heranziehen, sagt Harald Schlimgen.

Am Mühlenbuschweg zu überwintern, sei nie eine Option gewesen, sagt Zirkusdirektor Neigert. Ihm gehe es jetzt darum, schnell einen Platz zu finden, an dem die Tiere untergebracht werden können, zu denen unter anderem vier Ponys und Ziegen sowie ein Esel und Lama gehören. In der Region sei sein Zirkus bekannt — vielleicht helfe das ja, hofft Neigert.

(NGZ)