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Dormagen: Ziel: Besserer Branchenmix für die "Kö"

Dormagen : Ziel: Besserer Branchenmix für die "Kö"

Beim Wochenmarkt diskutierten die Dormagener gestern mit der NGZ-Redaktion über das Einkaufen auf der Kölner Straße, die seit 25 Jahren Fußgängerzone ist. Viele kaufen gern dort ein, es fehlen ihnen jedoch einige Geschäfte.

Die meisten Dormagener kaufen gern in ihrer Stadt ein. So äußerten sich viele Besucher des NGZ-Mobils auf dem Rathausplatz positiv zur Entwicklung der Kölner Straße, die vor 25 Jahren Fußgängerzone wurde. Gerade während des Wochenmarktes am Freitag sei das Angebot so groß, dass es sogar viele Auswärtige anziehe. "Ohne die Fußgängerzone wäre die Innenstadt heute öde", sagt Ehrenbürger Heinz Hilgers, der damals für die Fußgängerzone gekämpft hatte. Der SPD-Politiker kann sich noch gut an den starken Straßenverkehr der alten B 9 mitten durch Dormagen erinnern.

Allerdings sparen die Dormagener nicht mit Kritik an der Branchenmischung. Detlef Richter, der grundsätzlich gern in Dormagen einkauft, fordert: "Wir brauchen ein breiteres Angebot an Obst, Gemüse und Metzgerwaren." Dafür gebe es zu viele Billigläden, Bäcker und Frisöre. Dem hält WSD-Vorstand Guido Schenk entgegen: "Für eine Stadt mit 63 000 Einwohnern ist der Branchenmix in Dormagen sehr gut und ermöglicht entspanntes Einkaufen." Zudem könne die Stadt die Vermietung an Filialisten nur bedingt beeinflussen. "Das ist in erster Linie Sache der Eigentümer, die ihre Fläche vermieten wollen", ergänzt Wirtschaftsförderin Gabriele Böse.

Nach Meinung von Alfred Wink fehlt für die südliche Kölner Straße ein Frequenzbringer. Diese Rolle könnte die Bekleidungskette H&M übernehmen. Bedauerlich sei, dass Strauß keine Filiale mehr betreibe. Rainer Thiel MdL, der die Außengastronomie auf der "Kö" sehr schätzt, vermisst in der Innenstadt einen Möbelladen.

Wie Vize-Bürgermeister Hans Sturm (CDU) wünscht sich Robert Hildebrand einen weiteren Herrenbekleider. Die Ansiedlung eines großen Elektromarkts auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik sieht Hildebrand kritisch: "Dann würde der Pro-Markt schließen müssen."

Hans Güdelhöfer wünscht sich, dass die Kölner Straße ihr Erscheinungsbild weiter verbessert. "Es wäre schön, wenn die Händler oder Immobilienbesitzer die Baumscheiben bepflanzen würden", sagt er.

Für Senioren oder Mütter mit Kinderwagen lägen die Parkplätze zu weit von der "Kö" entfernt, meinen Margret und Josef Steiner, die die steile Treppe von "Unter den Hecken" über die Rathaus-Passage auch davon abhält, öfter von Straberg in die City zu fahren. "Auch die unterschiedlichen Öffnungszeiten, die mit 9.30 Uhr oder 10 Uhr viel zu spät für uns beginnen, sollten geändert werden", sagt Margret Steiner. Klaus Bouvelet wünscht sich "mehr kostenlose Parkplätze, einheitliche Öffnungszeiten und ein zusätzliches Kaufhaus".

Für Menschen mit Gehbehinderung ist das Einkaufen auf der Kölner Straße nicht leicht, kritisieren Marlene und Hans Morlath. Sie würden sich freuen, wenn es mehr Parkplätze gebe. Das wünschen sich auch Christa und Hans Lorenz. Große Einkäufe seien auf der "Kö" oft deshalb nicht möglich, weil das Auto zu weit entfernt abgestellt sei. Allgemein sei das Angebot gut, besonders der Wochenmarkt sei eine Bereicherung. "Wir leben sehr gern in Dormagen", sagt Christa Lorenz.

(NGZ/rl)