Dormagen: Zehn Teams arbeiten an der Zukunft von Lanxess

Dormagen : Zehn Teams arbeiten an der Zukunft von Lanxess

Es waren beunruhigende Nachrichten, die im Mai über den Spezialchemiekonzern Lanxess die Runde machten. Der am 1. April dieses Jahres angetretene neue Vorstandsvorsitzende des Dax-Unternehmens, Matthias Zachert, hatte einen harten Sparkurs und radikale Umstrukturierungen angekündigt. Hintergrund war ein Minus in Höhe von rund 160 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr.

Dormagen ist nach Unternehmensangaben mit rund 1000 Mitarbeitern der drittgrößte Produktionsstandort von Lanxess in Deutschland und einer der wichtigsten für synthetische Kautschuke weltweit - kein Wunder, dass die Mitarbeiter hier die Entwicklung besonders aufmerksam verfolgen. Die gerade wiedergewählte Lanxess-Betriebsratsvorsitzende Gisela Seidel weiß um die schwierige Finanzlage. Sehr große Sorgen mache sie sich aber bisher noch nicht, betonte die 63-Jährige. "Denn die Auslastung unserer Anlagen und Mitarbeiter ist sehr, sehr hoch", betont Seidel. 2009/2010 sei das noch ganz anders gewesen, erinnert sie: "Damals gingen die Produktionsmengen drastisch zurück, die Belegschaft musste Kurzarbeit fahren. Aktuell sind unsere Mitarbeiter eher zu stark belastet."

Seidel verhehlt indes nicht, dass sich die Wettbewerbslage durch den Eintritt zusätzlicher Wettbewerber verändert habe; das größere Angebot drücke die Preise: "Wir verdienen nicht mehr soviel wie früher."

Um die Effizienz zu steigern, sind bei Lanxess derzeit zehn Teams damit beschäftigt, Verbesserungsmöglichkeiten in ganz unterschiedlichen Themen- und Arbeitsfeldern ausfindig zu machen. Die Mitglieder der Teams seien Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen und Führungsebenen, berichtet die Betriebsratsvorsitzende. Die Ergebnisse sollen im Herbst öffentlich gemacht werden; der Betriebsrat wird sich laut Seidel erst bei der Umsetzung der Pläne einschalten. Wo und wie umstrukturiert werde, sei nach derzeitigem Kenntnisstand "komplett offen", sagte Seidel. Positiv: In Dormagen hat Lanxess gerade erst 18 Millionen Euro in seine Kautschuk-Produktionsanlagen investiert (wir berichteten).

(NGZ)
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