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Dormagen: Zehn Jahre Hilfe für Suchtkranke

Dormagen : Zehn Jahre Hilfe für Suchtkranke

Die Verantwortlichen der Median-Klinik an der Kurt-Tucholsky-Straße neben dem Bahnhof (früher Allgemeine Hospitalgesellschaft/AHG) ziehen eine positive Bilanz eines Jahrzehnts am Standort Dormagen.

Menschen, die abhängig von Alkohol oder Medikamenten sind, haben oft mit Begleiterkrankungen zu tun, zum Beispiel mit Depressionen, Angststörungen oder Traumata. Oder mit Stoffwechsel- und Kreislaufproblemen. Nach heutigen Erkenntnissen sind sie eher die Regel als die Ausnahme. Und die Betrachtung und Therapie dieser sogenannten komorbiden Störungen sind ein wesentlicher Teil des Konzeptes der Median-Klinik Dormagen. Die Einrichtung für Suchtkranke an der Kurt-Tucholsky-Straße neben Bus- und DB-Bahnhof, die in einem ehemaligen Hotelgebäude beheimatet ist, feierte jetzt ihr zehnjähriges Bestehen. Anlass, Bilanz zu ziehen. Und die fällt positiv aus.

Die Klinik habe sich durch ihre Expertise insbesondere in der Trauma- und Depressionsbehandlung einen Namen gemacht und sei heute hervorragend positioniert und gut belegt, betonte Chefarzt Günther K. Mainusch bei der aus Anlass des Jubiläums anberaumten Fachtagung mit dem Titel "10 Jahre Komorbiditätsbehandlung im Rheinland". Dementsprechend zuversichtlich beurteilte der kaufmännische Leiter Martin Pieper die Zukunftsaussichten: "Die Median Klinik Dormagen ist nicht nur in der Region, sondern auch in der Fachwelt anerkannt. Das sind gute Voraussetzungen für die nächsten zehn Jahre."

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Zur Median-Gruppe gehört die Klinik zwar erst seit knapp anderthalb Jahren (zuvor wurde sie von der Allgemeinen Hospizgesellschaft/AHG betrieben), doch das Konzept wurde beibehalten - ein Beleg dafür, dass es erfolgreich ist. Dazu gehört auch der vor zehn Jahren noch neue Ansatz, eine Einrichtung für Entwöhnungsbehandlungen bei Suchtkranken mit wohnortnaher stationärer Behandlung zu schaffen - in einer Region mit hoher Bevölkerungsdichte. Dormagens stellvertretender Bürgermeister Michael Dries, der ein Grußwort bei der Fachtagung sprach, konstatierte denn auch auf seiner Facebook-Seite im Internet beeindruckt: "Die Klinik ist nicht irgendwo im Abseits, im Grünen, sondern mittendrin in der Gesellschaft."

Einer der an der Median-Klinik Dormagen praktizierten therapeutischen Schwerpunkte ist EMDR. Die Abkürzung steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung). Ein zentrales Element ist die Nachverarbeitung einer belastenden Erinnerung durch Stimulation: Der Patient folgt den Fingern des Therapeuten mit den Augen, während dieser seine Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Dies unterstützt nachweislich das Gehirn, Selbstheilungskräfte zu aktivieren und belastende Erinnerungen zu verarbeiten. Darum ging es beim Jubiläum auch in einem Vortrag von Dr. Arne Hoffmann. Der Leiter des EMDR-Instituts Deutschland referierte über "EMDR als moderner Behandlungsansatz in der stationären Psychotherapie". Prof. Dr. Johannes Michalak (Universität Witten/Herdecke) sprach über "Achtsamkeit, Depression und der Körper".

(ssc)