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Dormagen: Zahl der Rheumakranken steigt

Dormagen : Zahl der Rheumakranken steigt

Die Zahl der Rheuma-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werde müssen, steigt zusehends. Diese Zahlen veröffentlichte IT.NRW anlässlich des heutigen Welt-Rheuma-Tags. In Dormagen sind 442 Menschen betroffen.

Wenn Kurt Stöcken der Schmerz in die Glieder schießt, dann ist das ein Gefühl, als würde jemand seinen Finger mit aller Gewalt nach hinten biegen. "Reißend ist dieses Gefühl", beschreibt der 62-Jährige, "da habe ich die Tränen in den Augen." Oft sorgen nur Schmerzmittel für eine Erlösung von der Pein.

Foto: S. Büntig

Kurt Stöcken gehört dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Dormagen der Deutschen Rheuma-Liga an. Und wie ihm geht es in der Stadt 442 Menschen — die Dunkelziffer ist möglicherweise noch höher. In Deutschland sind 260 000 Menschen von Rheuma betroffen. Die Zahl der Rheuma-Patienten, die sich im Krankenhaus behandeln lassen, lag in NRW 2011 bei 27 900. Und damit 4,2 mehr als 2010 und sogar 18,2 Prozent mehr als 2006. Am häufigsten diagnostiziert wurde die so genannte seropositive Polyarthritis mit 4140 Fällen. Dabei sind in rund einem Viertel dieser Fälle Frauen betroffen.

Dr. Norbert Sijben, Sprecher beim Praxisnetz Dormagen, meint: "Früher wurde Rheuma später erkannt als heute, heute fischt man schon mal den einen oder anderen eher raus." Es gebe heutzutage mehr Spezialisten mit größerer Erfahrung. Ein großer Vorteil. "Wenn man früh mit der Therapie beginnt, kann man Rheuma gut in den Griff bekommen", meint Sijben. Verheerend wird es, wenn Gelenkveränderungen eintreten. Diagnostizieren kann man die Gelenkkrankheit oftmals schon am Auge, wenn die Regenbogenhaut entzündet ist. Das mache sich nicht nur am Knochensystem bemerkbar, so Dr. Sijben.

Hilfe bekommen Rheuma-Kranke bei der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rheuma-Liga — eine ärztliche Verordnung vorausgesetzt. Der Verein ist mit seiner Geschäftsstelle erst vor Kurzem ins Sparkassenhaus an die Kölner Straße 93 gezogen. 33 Euro pro Jahr fällt als jährlicher Mitgliedsbeitrag an, der Überschuss geht an die Rheuma-Stiftung. Kurt Stöcken hat sich inzwischen zum Rheumaberater ausbilden lassen.

Zwei Jahre hat er sich dafür schulen lassen. "Das beste Mittel gegen Rheuma ist sich zu bewegen, das ist das oberste Gebot, am besten jeden Tag", sagt Kurt Stöcken und schaut dabei ernst. Eine der Methoden, die etwa gegen Rheuma helfen, ist aus seiner Sicht Wassergymnastik. Einmal wöchentlich zieht es ihn ins Hallenbad an der Robert-Koch-Straße. Umso sorgenvoller blicken er und seine Kolleginnen Alice Beeskow und Gisela Hensel auf die Bäderfrage, die derzeit in Dormagen diskutiert wird. "Wir sind verunsichert", sagt Gisela Hensel. Und im Winter Gymnastik in der Römer Therme zu machen — das sei nicht möglich.

Über die Zukunft der Arbeitsgemeinschaft wird auch am 25. Oktober diskutiert.

(NGZ/ac)