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Dormagen: Wuppermetall wehrt sich gegen Gerichtsurteil

Dormagen : Wuppermetall wehrt sich gegen Gerichtsurteil

Der Aluminiumaufbereiter WMV (früher Wuppermetall) akzeptiert das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf nicht, in dem der Betrieb als "rechtswidrig" bezeichnet wird. Das bestätigte gestern Boris Kurth, Geschäftsführer des Unternehmens, gegenüber der NGZ. Er kündigte Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster an. "Unser Betrieb läuft weiter wie bisher", sagte Kurth.

"Betrieb läuft wie bisher"

Geklagt gegen den Betrieb von WMV hatten Anwohner an der Bahnstraße in St. Peter, nachdem das damals noch unter Wuppermetall firmierende Unternehmen durch eine Explosion seiner "Betriebseinheit 11" in die Schlagzeilen geraten war. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte im November 2011 in einem Urteil entschieden, dass Genehmigungsbescheide für das Unternehmen, die das damalige staatliche Umweltamt und die Bezirksregierung Düsseldorf in den Jahren 2006 und 2009 ausgestellt hatte, rechtswidrig seien. Verstoßen hatte der Aluminiumverarbeiter demnach gegen im Bebauungsplan festgelegte Abstände. Darüber hinaus habe WMV bestimmte Regelungen über tieffrequente Geräusche und nächtliche Emissionen nicht eingehalten. Formal verloren hat das Verfahren allerdings nicht WMV, sondern die Bezirksregierung Düsseldorf, die ebenfalls Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht eingelegt hat. Ob es dazu kommt, steht nach Meinung von Karl-Heinz Bortloff, der die Kläger vertritt, nicht fest. "Wir werden beantragen, den Zulassungsantrag für die Berufung zurückzuweisen", so der Rechtsanwalt. Er rechnet damit, dass es zu einer Entscheidung im Frühjahr kommt. Dass im Betrieb an der Robert-Bosch-Straße derzeit noch gearbeitet werden kann, bestätigte Bortloff. Die Bezirksregierung habe eine Stilllegungsverfügung des Rhein-Kreis Neuss widerrufen. Darüber entschieden werden soll im März.

Die Kurth-Gruppe, zu der WMV gehört, wurde 1962 als Metallkontor gegründet. Inzwischen ist das Unternehmen in drei Gesellschaften aufgeteilt: Die WMV GmbH stellt Produkte für die Stahl- und Gießereiindustrie her, die Kural GmbH für die Halbzeugindustrie und Sekundärwerke. Um die Aufbereitung von Aluminium – schreddern, granulieren und selektieren –kümmert sich die WMR Recycling GmbH.

(NGZ)