Dormagen: Wuppermetall verliert Klage

Dormagen : Wuppermetall verliert Klage

Der Aluminiumaufbereiter WMV (früher Wuppermetall) hat vor dem Verwaltungsgericht eine Schlappe erlitten. Der Richter nannte für den Betrieb erteilte Genehmigungen "rechtswidrig". Seine Zukunft scheint ungewiss.

Der vergangene Freitag war ein guter Tag für die Kurth-Gruppe. Stolz präsentierte der Betrieb seine neue Aluminium-Schredderanlage, "generalüberholt und mit vorbildlichen Sicherheitsvorkehrungen". Mit dem Verein "Aluminium und Umwelt im Fenster und Fassadenbau" präsentierten die Kurths sogar einen neuen Generalpartner.

Es war ein erster Lichtblick für den Aluminiumaufbereiter, der vor zwei Jahren unter dem Namen Wuppermetall firmierte, und im Februar 2009 durch die gewaltige Explosion seiner "Betriebseinheit 11" in die Schlagzeilen geraten war.

Die guten Zeiten sind spätestens seit am Dienstag Vergangenheit. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat in einem Urteil entschieden, dass Genehmigungsbescheide für das Unternehmen, die das damalige staatliche Umweltamt und die Bezirksregierung Düsseldorf in den Jahren 2006 und 2009 ausgestellt hat, rechtswidrig sind und aufgehoben werden.

Das bestätigte Gerichtssprecher Winfried Schwerdtfeger gestern gegenüber der NGZ. Das Urteil ist den Parteien schriftlich zugegangen. Verstoßen hat der Aluminiumverarbeiter demnach gegen im Bebauungsplan festgelegte Abstände. Auch habe das Unternehmen bestimmte Regelungen über tieffrequente Geräusche und nächtlichen Emissionen nicht eingehalten.

Schwerdtfeger: "Die Kläger haben einen Etappensieg errungen, WMV und die Bezirksregierung müssen die Kosten für das Verfahren tragen." Derzeit prüft die Behörde die Urteilsbegründung. "Erst danach kann entschieden werden, ob die Bezirksregierung Berufung einlegen wird", so Sprecher Bernd Hamacher.

Eine weitere Klage gegen das Unternehmen, in der es um den Explosionsschutz geht, steht noch aus. Anwohner hatten von Wolken aus silbernem Aluminiumstaub berichtet. Geklagt gegen den Betrieb von WMV hatten Bürger der Bahnstraße in St. Peter.

Karl Heinz Bortloff, der die Kläger als Rechtsbeistand vertreten hat, glaubt zwar, dass die Kölner Anwälte der Kurth-Gruppe versuchen werden, das Urteil zu kippen — einen Monat Zeit bleibt für das Unternehmen, in Berufung zu gehen —, aber: "Das Oberverwaltungsgericht als nächste Instanz müsste dafür erhebliche Zweifel haben und Verfahrensmängel feststellen." Bortloff glaubt sogar, dass der gesamte Betrieb von WMV abgeschaltet werden müsse, da die Betriebseinheiten miteinander verzahnt seien. Darüber müsse nun die Bezirksregierung urteilen.

Für die Kurth-Gruppe, die 1962 als Metallkontor gegründet worden war, dürften wieder schwere Zeiten anbrechen. Schon nach der Explosion hatte das Unternehmen 41 seiner 64 Mitarbeiter entlassen und zunächst nur die Vertriebssparte aufrecht erhalten. Boris Kurth war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(NGZ)