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Dormagen: Wuppermetall geht in Berufung

Dormagen : Wuppermetall geht in Berufung

Die Firma WMV (früher Wuppermetall), 2009 durch eine gewaltige Explosion in den Schlagzeilen, zieht gemeinsam mit der Bezirksregierung vor das Oberverwaltungsgericht. Sie kämpft um Betriebsgenehmigungen.

Einsatz für ein lebenswerteres Umfeld, Kampf gegen Lkw-Verkehr, Lärmbelästigungen und Gefahren durch Industrieproduktion — viele Dormagener sind in Initiativen engagiert, um sich für ihre Interessen und die ihrer Nachbarn einzusetzen. Das wird auch in diesem Jahr so sein, versichert Peter Jacobs, Sprecher der Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath: "Wir haben ein Gesamtkonzept für unseren Ort und dafür kämpfen wir." Ein klares Ziel formuliert auch Marc Felsberg, der zusammen mit anderen dem Aluminiumaufbereiter WMV (früher Wuppermetall) in St. Peter kritisch gegenüber steht. Er sagt: "Wir wollen hier sicher leben."

Im November hatten Anwohner mit ihrer Klage gegen eine Änderungsgenehmigung, die das damalige Staatliche Umweltamt und die Bezirksregierung (BR) erteilt hatten, vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf Erfolg.

Daraufhin haben BR und das Unternehmen einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht. "Wir wiederum werden beantragen, diese Berufung nicht zuzulassen", erklärte gestern Rechtsanwalt Karl Heinz Bortloff (Düsseldorf), der die Kläger vertritt. In einer zweiten Klage geht es um vier Betriebseinheiten an der Robert-Bosch-Straße. Die Bezirksregierung hatte eine Stilllegungsverfügung des Rhein-Kreises aufgehoben. Bortloff: "Die Begründung der Klage wird gerade formuliert, ich rechne mit einer Entscheidung Mitte des Jahres."

Eine ihrer wichtigsten Forderungen, den Bau der Reuschenberger Straße als Entlastungsstraße, sieht die Bürgerinitiative "Straßen der Vernunft" schon bald erfüllt: "Bürgermeister und Verwaltung haben uns signalisisiert, dass die Entlastungsstraße kommt", sagt Sprecherin Elisabeth Fittgen.

"Gelder seien im Haushalt 2012/13 drin." Ziel ist es nämlich, den Schwerlastverkehr über eine eigene Straße aus dem Gewerbegebiet an der Roseller Straße abzuführen. Ein weiterer Knackpunkt ist die Kreuzung Zonser Straße/Haberlandstraße. Ein Radweg wäre aus Sicht von Fittgen wünschenswert, der für mehr Sicherheit sorgen würde. "Insgesamt sind wir nicht unzufrieden", sagt sie.

Gleich den ganzen Ort im Blick hat Peter Jacobs mit den Mitstreitern in der Initiative "Lebenswertes Delrath". Am kommenden Dienstag treffen sich die Mitglieder im Alten Bahnhof Nievenheim. Dort geht es um Rück- und Vorschau gleichermaßen. "Das Gewerbegebiet am Kohnacker bleibt unser Thema Nummer eins", sagt Jacobs. Es soll aber auch darum gehen, Delrath insgesamt nach vorne zu bringen. "Ob Schule, Kita, Nahversorgung, ÖPNV oder Bad — wir wollen eine gute Infrastruktur. Delrath muss entwickelt und nicht abgewickelt werden."

(NGZ/rl)