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Dormagen: WSD bei Diskussion um Fachmarktzentrum uneinig

Dormagen : WSD bei Diskussion um Fachmarktzentrum uneinig

Knallharte Ablehnung sieht anders aus: Die aktuellen Pläne der Stadt für ein mögliches Fachmarktzentrum auf dem Gelände der Zuckerfabrik verfolgt die Werbegemeinschaft Stadt Dormagen (WSD) inzwischen offensichtlich mit Wohlwollen.

Nachdem Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann den derzeitigen Stand der Dinge erläutert hatte, gab WSD-Urgestein Peter Scheuß bei der WSD-Mitgliederversammlung im Höttche gleichsam den Tenor der Diskussion vor: "Das alles hört sich sehr viel besser an, als das, was wir in den letzten fünf Jahren gehört haben."

Mehr noch: Scheuß zeigte sich optimistisch, dass die jetzige Planung "dazu beitragen wird, unsere Stadt nach vorn zu bringen." Zunächst soll es eine gründliche Bestandsaufnahme, sprich ein neuerliches Gutachten geben, das Peter-Olaf Hoffmann zufolge bis September vorliegen soll.

Händler wollen attraktive Kö

Bei der Erörterung des weiteren Bedarfs an Gewerbe gehe es keineswegs darum, die Kölner Straße zu gefährden. Schon im Jahr 2000 sei ein Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass "die Attraktivierung der Kölner Straße das oberste Ziel sei", betonte der Bürgermeister — wobei hierfür allerdings vor allem in deren südlichem Bereich "noch einiges zu tun" sei. Frühestens zu Beginn des neuen Jahres wäre die Planung dann soweit gediehen, dass sie politisch beraten werden könne, skizzierte Hoffmann den Zeitplan.

Er selbst könne sich auf dem Gelände der Zuckerfabrik eine Mediamarkt-Niederlassung, aber auch ein großes Möbelhaus gut vorstellen, aber "kein neues SB-Warenhaus", betonte der Bürgermeister. "Es darf nur etwas entstehen, was die Innenstadt zusätzlich attraktiver macht", beschrieb Hoffmann die Leitlinie der Stadt. Dieser wolle auch der Investor Redos Konzessionen machen. Ein völliger Verzicht auf ein Fachmarktzentrum oder Ähnliches komme nicht in Betracht. Ganz ohne Skepsis verlief die Versammlung aber nicht. Wie sich die Planung noch aufhalten lasse, wollte WSD-Chef Frank Lemke, erklärter Gegner des Projekts, letztlich vom Bürgermeister wissen. Der verwies auf die vom Investor bereits geleisteten Aufwendungen in zweistelliger Millionenhöhe. Hinzu komme der Vertrauensschutz durch die inhaltlich zwar rechtswidrige, formal aber gültige Baugenehmigung.

Angesichts dessen dürften Investor Redos seitens der Stadt nicht alle Möglichkeiten verbaut werden. Hoffmann verwies für diesen Fall auf drohende Regressansprüche.

(NGZ)