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Dormagen: Woran die Dormagener glauben

Dormagen : Woran die Dormagener glauben

Der größte Teil der Dormagener ist römisch-katholisch oder evangelisch. Allerdings gibt es einen großen Anteil muslimischer Dormagener, und auch die Zahl derjenigen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, wächst.

Fast jeder zweite Dormagener ist katholisch. Die Gruppe der römisch-katholischen Dormagener ist nach wie vor die weitaus größte: Laut Melderegister der Stadt Dormagen, Stand 31. Dezember 2011, sind 30 201 der insgesamt 63 035 Dormagener römisch-katholisch, die evangelischen Christen zählen 12 831 Mitglieder. Unter den restlichen 20 003 Dormagenern anderen Glaubens — oder ohne Angabe, deren Zahl wächst — befinden sich rund 4200 Türken und Deutsche mit türkischen Wurzeln, von denen 80 Prozent laut eigenen Angaben im Diyanet-Verein, dem Türkisch-Islamischen Kulturverein, einem Ableger des Vereins Ditib, organisiert sind. Zurzeit plant der Verein einen Neubau einer Moschee neben dem bisherigen Standort an der Roseller Straße.

Das Bedürfnis nach Spiritualität und Glaube ist in Dormagen ungebrochen, meint Pfarrer Peter Stelten von der katholischen Gemeinde St. Michael Dormagen-Süd: "Viele Menschen suchen diese Spiritualität allerdings nicht mehr in traditionellen Kirchen." Die Akzeptanz für Religion habe stark abgenommen, Kirche werde oft nur noch als Träger von sozialen Einrichtungen wahrgenommen. "Wir müssen weiterhin einladend für alle Menschen sein, ohne uns dem Zeitgeist zu unterwerfen oder anbiedernd zu sein", sagt Pfarrer Stelten. Er hofft, weiterhin Dormagener zum (Wieder-)Eintritt in die katholische Kirche zu überzeugen: "Wir Christen müssen im Alltag deutlich machen, dass Gott für uns da ist."

Der "Rat der Religionen", dem jeweils ein Vertreter der Glaubensgemeinschaften angehört, setzt sich für ein Kennenlernen der Religionen und ein gutes Miteinander in Dormagen ein. "Der Rat der Religionen will das gegenseitige Verständnis verbessern", erläutert Vorsitzende Fiona Missaghian-Moghaddam von der Baha'i-Gemeinde. Mit öffentlichen Diskussionsrunden zu Fragen des Glaubens soll der Dialog angeregt werden.

Dieses Ziel unterstützt auch der Integrationsrat der Stadt Dormagen, dessen Vorsitzender Mehmet Güneysu sich für eine Anbindung der Dormagener mit Migrationshintergrund einsetzt, die aus 103 unterschiedlichen Herkunftsländern mit verschiedensten Glaubenszugehörigkeiten stammen: "Die nachhaltige Integrationspolitik muss als eine wichtige Säule der Kommunalpolitik akzeptiert werden", forderte er: "Nur so kann die Chancengleichheit erreicht werden." Etwa 9,3 Prozent der Dormagener besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit, mindestens weitere zwölf Prozent haben eine Zuwanderungsgeschichte.

(NGZ)