Wohnungsbau in Dormagen: Grüne contra Lierenfeld

Wohnungsbau in Dormagen : Grüne bezeichnen Wohnungsbau-Idee von Lierenfeld als Plagiat

Die Partei erinnert an ihren Antrag von März vergangenen Jahres. Darin habe sie betont, dass „in jedem Falle der geschaffene Wohnraum im Besitz der Stadt Dormagen sein soll“.

Mit großem Interesse haben Dormagens Grüne die Idee von Bürgermeister Erik Lierenfeld in Sachen Wohnungsbaugesellschaft aufgenommen. Damit soll dem Wohnungsnotstand vor allem im preiswerteren, öffentlich geförderten Segment begegnet werden. „Ich freue mich, dass unsere Idee inzwischen weiteren Anklang findet“,  sagt der planungspolitische Sprecher der Grünen, Martin Pehe, „aber die Idee von Lierenfeld ist leider ein Plagiat“.

Der Bürgermeister hatte das „Wiener Modell“ als ein auch für Dormagen denkbares Modell genannt, wo die Stadt Eigentümerin einer Vielzahl von Wohnungen ist und dadurch den Einfluss über die Höhe der Miete behält. Pehe erinnert an den Grünen-Antrag von März vergangenen Jahres. Darin haben sie betont, dass „in jedem Falle der geschaffene Wohnraum im Besitz der Stadt Dormagen sein soll“. In der damaligen Sitzung hatten sie einen Antrag eingebracht, wonach die Stadt zwei Szenarien prüfen solle: Zum könnte die Stadt mit einem Generalunternehmer zusammenarbeiten,  der als „Auftragnehmer der Stadt sozialen Wohnraum schafft, verwaltet und in Stand hält“. Zum anderen wäre eine Option, dass die Stadt im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit anderen Kommunen arbeitet, die „erfolgreich sozial geförderten Wohnraum schaffen, verwalten und in Stand halten und die bereit sind, dies auch als Auftragnehmer für Dormagen zu tun“.

Für den Fraktionsvorsitzenden Tim Wallraff handelt es sich um ein „ganz wichtiges Thema“. Die beschlossene 30-Prozent-Quote, die bei künftigem Wohnungsbau für preiswerte Wohnungen eingeräumt werden soll, ziele in die „richtige Richtung. Aber es wird bislang nicht gesagt, wie es angegangen wird“. Das Vorgehen Lierenfelds bezeichnet er als „ungeschickt“, weil die Idee einer Wohnungsbaugesellschaft die Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern des städtischen Eigenbetriebs schüre. „Wenn der Bürgermeister uns darstellt, warum eine solche Wohnungsbaugesellschaft richtig ist, kann man darüber diskutieren.“ Die Grünen finden die Idee eines sozialen Wohnungsbaus, der per Erbpacht läuft, interessant.

Wallraff spricht sich dafür aus, dass in Bälde die Verwaltung per Prüfauftrag diverse Organisationsformen und Alternativen darstellen soll. Klares Ziel: endlich mehr Wohnungen bauen. „Wir brauchen nicht zwangsläufig eine eigene, teure Kompetenz. Die kann man auch extern einkaufen.“

(schum)