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Dormagen: Wohnen auf Kirchengrund

Dormagen : Wohnen auf Kirchengrund

Ab Januar 2011 kann im Malerviertel II gebaut werden, auch auf 33 Grundstücken der Kirchengemeinde St. Michael. Sie will diese vornehmlich an junge Familien verkaufen oder verpachten – mit erheblichen Rabatten.

Dormagen/Horrem Die Kirche wird als vielgestaltige Institution wahrgenommen – eher selten aber als Wirtschaftsunternehmen. Das ist sie zum Beispiel als Verkäufer oder Verpachter von Grundstücken, wie im weitgehend bebauten Malerviertel I östlich der Haberlandstraße. Dort gehörten der Kirchengemeinde St. Michael 25 Grundstücke, von denen 19 verkauft und fünf in Erbpacht vergeben wurden. Eines der Grundstücke ist noch frei.

Im Malerviertel II, das sich nach Norden ab Haberlandstraße zur K12 hin anschließt, besitzt die Kirchengemeinde sogar 33 Grundstücke mit fast 10 000 Quadratmetern Baufläche, was fast der Hälfte des bebaubaren Raumes entspricht, der fünf Eigentümern gehört. 13 Grundstücke verkauft die Stadt.

"Wir wollen, dass Menschen dort eine Heimat finden", sagt Pfarrer Peter Stelten. Damit sind in diesem Fall besonders junge Familien gemeint, wobei deren Konfession oder Familienstand keine Rolle spiele, wie Gemeindekämmerer Franz-Josef Jüsten betont. "Allerdings muss das Erzbistum als Aufsichtsbehörde jeden Vertrag genehmigen", sagt er – und bei Erbpachtverträgen, bei denen das Grundstück in Kirchenbesitz bleibt, schauen die Kölner genauer hin. Kämmerer Jüsten würde am liebsten alle Grundstücke verkaufen, das Bistum aber favorisiert die Erbpacht: "Das Bistum denkt wie ein Unternehmer. Vier Prozent Erbpachtzins sind attraktiver als aktuelle Renditen konservativer Geldanlagen." 70 Prozent der Erträge aus Geldanlagen erhält übrigens das Bistum, 30 Prozent die Gemeinde. Peter Stelten: "Das Bistum ist nicht auf Reichtum aus. Alle Einnahmen dienen einer Art Finanzausgleich, mit dem ärmere Gemeinden unterstützt werden."

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Dass es im Falle der Grundstücke in Horrem nicht um Gewinnmaximierung geht, sollen auch die Ermäßigungen für Familien zeigen: Der Erbpachtzins verringert sich für sie von vier auf zwei Prozent für fünf Jahre; der Zeitraum verlängert sich um je zweieinhalb Jahre für bis zu zwei Kinder, so dass der Rabatt längstens zehn Jahre eingeräumt wird. Verkauft werden sollen nur die größeren Grundstücke mit bis zu 485 Quadratmetern. "Wir sind aber auch bei kleineren Grundstücken gesprächsbereit", sagt Kämmerer Jüsten. Der Kaufpreis: 201 Euro pro Quadratmeter plus Erschließungskosten von 74 Euro. "Das entspricht der Empfehlung der Stadt", sagt Hermann Kienle, Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses der Gemeinde. Er koordiniert die Anfragen.

Info Interessenten wenden sich an Hermann Kienle, Tel. 02133 3340, hermann.ute@web.de

(NGZ)