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St. Peter: Wohlfühlen im Industriegebiet

St. Peter : Wohlfühlen im Industriegebiet

Sven und Michaela Schmitz leben mit ihren Söhnen Pascal und Ian seit mittlerweile sieben Jahren in St. Peter. Die gute Verkehrsanbindung ist ein Grund dafür, aber nicht der einzige.

Wer meint, St. Peter sei ja im Grunde nur ein großes Gewerbegebiet, in dem es sich insbesondere mit Kindern nicht gar so gemütlich wohnen lässt, dem widerspricht Michaela Schmitz (38) vehement: Allein in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft an der Bahnstraße leben Familien mit neun Kindern, "ein zehntes ist unterwegs", sagt die gebürtige Zonserin. "Am Wochenende und nach 17 Uhr ist auf der Straße nichts mehr los — die Kinder können dann draußen spielen und tun es auch", erzählt die Mutter zweier Söhne.

Die Industriebahn Zons-Nievenheim fährt durch St. Peter. Foto: büntig

Seit Dezember 2004 wohnen sie und ihr Mann Sven (42) inzwischen mit den beiden Söhnen Pascal (16) und Ian (9) in St. Peter. Den Ort haben sie insbesondere mit Blick auf die günstige Verkehrsanbindung ausgewählt: "Für uns war die Anbindung an die B9 nach Köln oder Düsseldorf maßgeblich", nennt das Ehepaar einen der Vorteile von St. Peter. Auch die beiden Söhne — Ian besucht noch die Grundschule, Pascal das Bettina-von-Arnim-Gymnasium — profitierten von der "Super-Bushaltestelle" und der guten Anbindung, so Michaela Schmitz. Zum Vergleich nennt sie den Nachbarort : "Wir haben vorher in Stürzelberg gewohnt, und da war es wesentlich umständlicher."

Sie und ihr Mann arbeiten beide in Köln, er als SAP-Berater bei Unitymedia und sie als "Sozifa", sprich Sozialversicherungsfachangestellte, bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland.

Auch was die Einkaufsmöglichkeiten angeht, hat die Familie Schmitz nicht den geringsten Grund zur Klage: Die benachbarten Supermärkte mögen zwar in Stürzelberg liegen, sind aber zu Fuß gut zu erreichen. Wie die meisten Einwohner orientieren sich auch die Schmitz' nach Stürzelberg — das gleichermaßen nahe Delrath spielt für sie keine so große Rolle.

Fußball ist das große Hobby der gesamten Familie, die unisono den Kölner "Geißböcken" die Daumen drückt. Sportlich aktiv sind alle vier beim SV Rheinwacht in Stürzelberg: Sven Schmitz kickt in der Altherrenmannschaft, die beiden Söhne in den Jugendteams und auch Michaela Schmitz schnürt inzwischen selbst die Fußballschuhe: Seit zwei Jahren spielt sie im Stürzelberger Damenteam. "Das bleibt halt nicht aus", meint sie angesichts der kollektiven Fußballbegeisterung in der Familie. Darüber hinaus unternimmt die Familie auch gern etwas längere Radtouren.

Verbesserungswürdiger Verkehr

Verbesserungswürdig ist für Michaela Schmitz in St. Peter die Verkehrssituation: "Der Durchgangsverkehr auf der Bahnstraße sollte etwas beruhigt werden — es ist schon sehr viel", wobei sie nicht ausschließlich Lastwagen im Blick hat.

Was das Verhältnis zu den Nachbarn angeht, gibt es keinen Grund zur Klage, ganz im Gegenteil: Inzwischen über die Anwohner hinaus populär ist jedenfalls die kleine Weihnachtsfeier am 26. Dezember, die Michaela Schmitz vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Sogar aus Stürzelberg sind vergangenes Jahr Gäste mit dabei gewesen, wie ein Nachbar erzählt. Da spielt der Ortsteil keine Rolle.

(NGZ)