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Dormagen: Wo keine Stufen stören

Dormagen : Wo keine Stufen stören

Spontan unterwegs sein. Das ist Menschen, die im Rollstuhl sitzen, nicht möglich. Im Vordergrund steht die Frage: Gibt es Stufen oder nicht? Eine neue Plattform informiert in Dormagen jetzt über rollstuhlgerechte Orte.

Ein paar Treppenstufen sind für die meisten Menschen nicht mehr als eine kleine Lästigkeit. Menschen, die im Rollstuhl sitzen, müssen sich hingegen immer erst fragen, ob sie auf ihrem Weg auf Treppen oder andere Hindernisse stoßen. Um diesen Menschen zu helfen, gibt es jetzt eine neue Internetseite, auf denen Geschäfte und Orte gezeigt werden, die rollstuhlgerecht sind. Auch über Plätze in Dormagen können sich Rollstuhlfahrer informieren.

Die Internetseite "Wheelmap" ist ein Projekt des Vereins Sozialhelden aus Berlin, der sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Die Idee hatte einer der Mitbegründer des Vereins, Raul Krauthausen. "Er sitzt selbst im Rollstuhl und ist lange immer in das selbe Café gefahren, von dem er wusste, dass es keine Probleme geben würde", erklärt ein Mitarbeiter. "Irgendwann hat es ihm gereicht. Es gibt genug Orte, die rollstuhlgerecht sind, man muss nur einfach wissen welche."

In Dormagen sind bis jetzt vor allem die Geschäftsstellen der Banken, Bahnhöfe und öffentliche Gebäude mit einem rollstuhlgerechten Status gekennzeichnet. Viele kleine Geschäfte in Dormagen sind hingegen noch nicht markiert. Das Angebot gibt es erst seit zwei Jahren, so dass noch nicht viele die Internetseite kennen. Ein kleines Geschäft, das bereits mit einem Status "rollstuhlgerecht" gekennzeichnet ist, ist das Haarstudio Claudia Langholz an der Haberlandstraße. "Wir kannten die Seite vorher gar nicht, freuen uns aber sehr, dass unsere Kunden solche Angebote nutzen und uns positiv bewertet haben", sagt Inhaberin Claudia Langholz. Viele ihrer Kunden kommen gerade weil ihr Laden rollstuhlgerecht ist und die Kunden direkt vor der Tür parken können.

Der Verein Sozialhelden hofft darauf, dass noch mehr Privatpersonen an dem Projekt mitwirken. Auch ohne Registrierung kann jeder Internetnutzer rollstuhlgerechte Orte in die Karte eintragen. Unterschieden wird zwischen den Status Grün, Rot und Geld. Grün bedeutet, dass der Eingang und alle Räume stufenlos sind und ein Rollstuhl-WC vorhanden ist. Gelb: der Eingang ist maximal eine Stufe hoch und die wichtigsten Räume sind stufenlos. Rot: Der Eingang hat höhere oder mehrere Stufen, Räume sind nicht erreichbar. Dass es sich lohnt, die Karte auszufüllen, bestätigt Ingrid Klein, Vorsitzende des Clubs der Behinderten und ihrer Freunde: "Für Behinderte in Dormagen ist es oft schwierig herauszufinden, wo man problemlos hinkommen kann." So rufen viele beim Verein an, wenn sie Informationen über behindertengerechte Orte bekommen wollen. Mit Wheelmap wird das jetzt einfacher.

(NGZ/ac)