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Dormagen: Wo Einbrecher in Dormagen zuschlagen

Dormagen : Wo Einbrecher in Dormagen zuschlagen

Die Winterzeit ist auch in der Chemiestadt Hochsaison für Einbrecher. Allein im Dezember meldet die Polizei 33 Wohnungseinbrüche. Ein Schwerpunkt liegt in Hackenbroich. Die Beamten raten, Anwesenheit vorzutäuschen.

Dass die Dormagener Polizeibeamten bei den Verkehrskontrollen am Donnerstag kein Diebesgut sicherstellen konnte, mag auch daran liegen, dass die rheinlandweite Aktion gegen Einbrecherbanden schon im Vorfeld bekannt gemacht wurde. Die Realität sieht dagegen anders aus. Denn die Winterzeit gilt als Hochsaison für Langfinger — und die gehen auch in der Chemiestadt regelmäßig auf Beutejagd.

Im Dezember meldete die Polizei 33 Einbrüche und Einbruchsversuche. Besonders beliebt: Hackenbroich. Dort schlugen die Täter gleich acht Mal zu. Erbeutet wurden überwiegend Schmuck, Geld, EC-Karten und elektronische Geräte. Oftmals hatten es die Kriminellen auch auf Laptops und Smartphones abgesehen.

Dabei ist vor allem die Art des Einbruchs auffallend. In 27 von 33 Fällen waren die Täter mit einem Hebelwerkzeug unterwegs. Was bedeutet, dass Terrassentüren von Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften sich immer wieder als Schwachstellen erweisen, die schnell aufgehebelt werden können. Und auch das Wochenende scheint besonders beliebt zu sein. Fast ein Drittel aller Einbrüche im Dezember fanden an einem Samstag oder Sonntag statt.

"Die meisten Einbrüche geschehen außerdem in den frühen Abendstunden", weiß Polizeisprecherin Diane Drawe. Viele Täter nutzten die frühe Dunkelheit, um sich schnell und einfach Zutritt zu Wohnungen und Häusern zu verschaffen. Trotzdem gehen die Beamten davon aus, dass die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete Profis sind. Der Großteil seien Gelegenheitstäter, die sich oft schon durch einfache technische Sicherungen von ihren Absichten abhalten ließen. Laut Drawe sollte jeder Bürger deshalb einfache Maßnahmen beachten, um seine Wohnung vor Langfingern zu schützen.

"Es ist ratsam, eine Anwesenheit vorzutäuschen." Dazu sollte man am besten eine gewisse Grundbeleuchtung eingeschaltet lassen. Auch eine sichtbare Sicherungstechnik schrecke den Großteil der Kriminellen ab. Drawe: "Denn die kostet den Einbrecher wichtige Zeit." Wer länger abwesend sei, sollte die Nachbarn bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren. Gerade ein überquellendes Postfach sei für viele Langfinger eine regelrechte Einladung. Besonders wichtig: "Niemals einen Schüssel in einem vermeintlich ganz sicheren Versteck deponieren", warnt die Polizeisprecherin. Das Risiko, dass ein Einbrecher den Schlüssel findet, sei viel zu groß.

Zur Verbesserung der schlechten Aufklärungsquote in Dormagen (2011 wurden fast 90 Prozent der Einbrecher nicht erwischt) ist die Polizei auf Helfer angewiesen. Die Beamten bitten deshalb alle Dormagener darum, sofort den Polizeinotruf zu wählen, falls sie etwas Verdächtiges feststellen. "Wir können schließlich nicht überall sein. Außerdem rückt die Polizei lieber zehn Mal zu viel aus, als ein Mal zu wenig."

Nicht immer kommen die Diebe auf ihre Kosten. Laut Kreispolizei bleiben rund ein Drittel aller Wohnungseinbrüche erfolglos. "Die Tat wird aus meist unbekannten Gründen abgebrochen", erklärt Drawe.

(NGZ/rl)