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Dormagen: Wirte ärgern sich über teure Gebühren für Sky-Fernsehen

Dormagen : Wirte ärgern sich über teure Gebühren für Sky-Fernsehen

Viele haben das Fußball-Abonnement gekündigt. Aber andere halten das Angebot für ihre Kunden für unverzichtbar.

Gaststättenbetreiber haben es in diesem Jahr nicht leicht. Nach dem Wegbleiben der Kundschaft durch das Nichtraucherschutzgesetz, müssen sie jetzt eine weitere bittere Pille schlucken: Der Bezahlsender Sky hat die Gebühren für sein Gastronomiepaket stark erhöht. Das Paket beinhaltet neben Sportübertragungen wie Golf und Volleyball auch die Ausstrahlung der ersten und zweiten Bundesliga, der Champions League und des DFB-Pokals und ist damit ein wichtiges Mittel, um trinkfreudige Kundschaft anzulocken. Jetzt stellt sich für viele Betreiber die Frage, ob sich das Gastronomiepaket auch nach der Preiserhöhung noch lohnt oder ob sie vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, das Sky eingeräumt hat.

Mehmet Soysal, Inhaber der Gaststätte "Haus Niederfeld" in Dormagen, hat nicht lange überlegen müssen und das Paket sofort abbestellt. Er hätte statt 475 Euro nun 569 Euro pro Monat zahlen müssen und hat sich deshalb zur Kündigung entschlossen. "Das lohnt sich nur bei Weltmeisterschaften oder wenn Köln oder Dortmund spielen, aber sonst mache ich große Verluste." Gerade in der Sommerpause der Bundesliga sei es unmöglich, die Kosten auszugleichen. "Ich kann ja schlecht Eintritt nehmen."

Im "Restaurant an D'r Weyh" in Nievenheim hat sich die Frage nach einer Kündigung des Paketes schon gar nicht mehr gestellt. Inhaber Djuro Zovkic hatte das Sport-Abo direkt nach in Krafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes abbestellt. "Die Bude war plötzlich vollkommen leer, da habe ich das Sportpaket gekündigt. Aber anstatt mir ein besseres Angebot zu machen, bekomme ich von Sky die Nachricht, dass die Gebühr nun auch noch erhöht wird." 2010 habe der Geschäftsführer noch 290 Euro monatlich für sein Paket zahlen müssen, im Jahr 2011 dann schon 330 Euro. Wenn er es behalten hätte, wären es nun knapp 400 Euro monatlich gewesen.

Für Estelle Klüppel und Paul Schuster, Inhaber der "Gaststätte zur Post", war die Entscheidung nicht so leicht. "Unsere Kunden sind das Angebot gewohnt. Eine Abbestellung hätte sich nicht gelohnt", so Klüppel. Mitinhaber Paul Schuster war da zunächst anderer Meinung. Er wollte das Paket abbestellen, hat dann aber doch seiner Frau und Geschäftspartnerin zugestimmt. Das Paar zahlt statt 272 Euro nun knapp 400 Euro für das Paket. Die Gastwirte wollen es erst einmal behalten. "Als Dienstleistung für unsere Kunden."

Thorsten Hilgers hat sich gerade das Sport-Paket bestellt. "Wir haben im Juli zum Test ein paar DFB-Spiele gezeigt und hatten großen Andrang", so der Geschäftsführer des Gohrer Landgasthauses. Eine Preiserhöhung sei nie schön. "Im Endeffekt muss jeder selber schauen, ob es sich rentiert oder nicht."

(NGZ)