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Dormagen: "Wir sind eine Sekundarschule"

Dormagen : "Wir sind eine Sekundarschule"

Die Realschule Hackenbroich sieht in ihrer Schulform keine Zukunft und nur in einer Umwandlung die Chance, den Kindern gerecht zu werden und den eigenen Standort zu sichern.

Nicht bei allen, die in dieser Stadt mit dem Thema Schule zu tun haben, ist die Initiative der Realschule Hackenbroich gut angekommen. Die ist vor wenigen Tagen mit dem Wunsch einer Umwandlung in eine Sekundarschule in die Offensive gegangen. Zu einem Zeitpunkt, in der die Zukunft der Dormagener Schullandschaft völlig ungewiss ist, wo sich Verfechter und Gegner von Gesamt- und Sekundarschule gegenüberstehen, und wo Mitte nächster Woche vom Schulgutachten wegweisende Hinweise erwartet werden.

"Wir haben einen neuen Ball ins Spiel gebracht", sagt Alois Moritz, Rektor der 694 Schüler zählenden Realschule an der Dr.-Geldmacher-Straße. In einem Brief an die Schulverwaltung sowie an die Politik haben die Schulverantwortlichen ihren Wunsch formuliert und um Unterstützung gebeten.

"Denn wir wollen unsere gute Arbeit an diesem Standort fortsetzen", sagt Konrektorin Angelika Vorholz. Dass dies auf die bisherige Art und Weise nicht mehr möglich sein wird, davon sind beide überzeugt: "Die Schulform Realschule wird mit dem Aus der Hauptschule so nicht mehr funktionieren", sagt Moritz und erklärt: "Die Realschule wird de facto zu einer Sekundarschule."

Denn sie werde die Grundschüler mit einer Hauptschulempfehlung aufnehmen und könne ferner nach der Erprobungsstufe keine Schüler mehr in die Klasse sieben der Hauptschule abgeben — weil die dann nicht mehr da ist. "Wir brauchen eine andere Schulform", sagt Vorholz, "eine, die die Starken für den Übergang zur gymnasialen Oberstufe fördert, und die Leistungsschwächeren stützt, sie mehr praxisorientiert begleitet. Das kann nur die Sekundarschule sein."

Zum neuen Schuljahr wird es an der Realschule Hackenbroich eine Inklusionsklasse geben. Vier oder fünf Schüler mit Behinderung werden aufgenommen. "Die Bereitschaft der Lehrer, sich neuen Herauforderungen zu stellen, ist sehr groß", sagt Moritz. Und die Bedingungen aufgrund der Kooperation mit dem Leibniz-Gymnasium und einer großen Schulmensa sei ideal. Als einen realistischen Zeitpunkt sehen die Schulverantwortlichen das Schuljahr 2014/15 an. Selbst aktiv werden können sie nicht, denn nur die Stadt als Schulträgerin kann eine solche Umwandlung bei der Bezirksregierung beantragen.

Moritz und Vorholz sehen in Dormagen sogar den Bedarf von zwei Sekundarschulen. Neben Hackenbroich auch in der Stadtmitte. Aber nicht für eine weitere gymnasiale Oberstufe, wie sie eine neue Gesamtschule mit sich bringen würden: "Das werden die künftigen Schülerzahlen einfach nicht mehr hergeben."

(NGZ/rl)