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Dormagen: Wieder Feuer bei Wuppermetall

Dormagen : Wieder Feuer bei Wuppermetall

Ein Kubikmeter Aluschrott ist Freitagnacht beim Aluminiumverwerter WMR (ehemals Wuppermetall) in Brand geraten. Diesmal betroffen war die Recycling-Sparte an der Edisonstraße. Verletzt wurde niemand.

Angelika Hellingrath aus St. Peter lag im Bett, als die Sirenen der Einsatzfahrzeuge gegen 22 Uhr die nächtliche Stille zerrissen: "Ich habe nur das Tatütata von allen Seiten gehört, bin aber nicht aufgestanden", sagte sie am Freitag. In der Nacht wusste die Betreiberin von "Helli's Biker Café" an der B 9 noch nicht, dass es bei der ehemaligen Wuppermetall gebrannt hat. Schon wieder. "Es war so ruhig in letzter Zeit, wir haben schon gedacht: Das ist die Ruhe vor dem Sturm", sagt Angelika Hellingrath.

"Die Ruhe vor dem Sturm"

Betroffen war dieses Mal indes nicht der Standort an der Robert-Bosch-Straße, sondern die Recycling-Sparte des Aluminiumverwerters an der Edisonstraße. "In Brand geraten ist ein Kubikmeter Aluschrott an der Förderbandstrecke der Recyclingschredderanlage", erklärte Freitag Stadtsprecher Harald Schlimgen. Um 21.44 Uhr war die Alarmierung bei der Feuerwehr eingegangen, darauf 15 Fahrzeuge mit 33 Einsatzkräften ausgerückt. Mit einem so genannten Schwerschaumrohr seien 200 Liter Schaum auf das Feuer gespritzt worden. Nach dem Löschen des Feuers war die Stelle mit Wärmebildkamera überwacht worden. "Über die Ursache des Brands und die Schadenhöhe können wir noch nichts sagen", so Harald Schlimgen. Das Amt für Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung wurde informiert, so die Polizei.

Für die ehemalige Wuppermetall, die 2009 in das Recyclingsegment WMR und das Vertriebssegment WMV aufgespalten worden war, dürften schwierige Zeiten anbrechen. In die Kritik geraten war der Betrieb, nachdem im Februar 2009 die "Betriebseinheit 11" an der Robert-Bosch-Straße explodiert war. Daraufhin hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die über tieffrequente Geräusche und Wolken aus silbernem Aluminiumstaub geklagt hatte; um den Fortbestand des Unternehmens hatte es in der Vergangenheit ohnehin ein großes Hickhack gegeben: Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte im November 2011 die Genehmigung des Betriebs durch die Bezirksregierung Düsseldorf für "rechtswidrig" erklärt, in einem zweiten Urteil aber zugunsten des Betriebs entschieden. WMV durfte zumindest teilweise weiterarbeiten. Anwohnerin Irmtrud Bongartz: "In dieser Woche haben wir wieder verstärkt das Vibrieren der Maschine gehört." Sie gehört der Bürgerinitiative an, die gegen den Betrieb opponiert.

Derzeit beschäftigt sich das Oberverwaltungsgericht in Münster mit den Urteilen. Eine Entscheidung über die Zulassung der Berufung sei aber noch nicht getroffen worden, erklärte am Freitag OVG-Sprecher Ulrich Lau

WMV-Geschäftsführer Boris Kurth war am Freitag nicht erreichbar.

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(NGZ/ac)