1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Wie Promis Facebook nutzen

Dormagen : Wie Promis Facebook nutzen

Sie posten Fotos und Zeitungsartikel, beantworten Fragen von Bürgern und Fans: Landtagsabgeordneter Rainer Thiel, Kämmerer Kai Uffelmann und Sängerin Fabienne Rothe erzählen in der NGZ, was sie bei Facebook treiben.

Wie lange sie täglich bei Facebook ist, weiß Fabienne Rothe nicht genau. Drei bis vier Stunden würden wohl zusammenkommen, vermutet die 16-Jährige, die durch die TV-Castingsshow "Deutschland sucht den Superstar" bundesweit bekannt wurde. Zuletzt schrieb die Sängerin — beziehungsweise postete, wie man bei Facebook sagt: "Was haltet ihr von einer neuen Haarfarbe — ich werde verrückt und brauche ne Veränderung — Vorschläge ? :))" Mehr als 600 Fans antworteten prompt. "Mir es wichtig, mit meinen Fans zu kommunizieren", sagt Fabienne, "die kriegen sonst ja nichts von mir mit."

Haben Profile bei Facebook: Kämmerer Kai Uffelmann, Sängerin Fabienne Rothe und Landtagsabgeordneter Rainer Thiel (SPD) nutzen das Netzwerk auf unterschiedliche Weise. Screenshots: NGZ Foto: NGZ

Im Gespräch bleiben, Anregungen aufnehmen. Das findet auch der Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) wichtig. "Facebook ist eine gute Plattform, um Transparenz zu zeigen", stellt er fest. Über das Netzwerk könne er zeitnah vermitteln, was er gerade tut, was ihn gerade beschäftigt: "Zu den Themen Römertherme oder Gewerbegebiet Kohnacker kriege ich auch Nachrichten bei Facebook."

Thiel hat — wie Fabienne — kein gewöhnliches Profil, sondern eine "Gefällt mir"-Seite. "Die Resonanz ist gut, viele Leute sind interessiert", meint der Sozialdemokrat. Bis gestern gefiel Thiel 93 Nutzern. Zum Vergleich: Fabienne kommt auf mehr als 106 000 "Gefällt mir"-Klicks. Fotos zeigen Thiel unter anderem bei seinem Antrittsbesuch bei Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann oder beim Festkommerz der Schützenbruderschaft Stürzelberg. Live aus laufenden Landtagsdebatten zu berichten, kommt für Thiel nicht in Frage: "Das mache ich nicht. Mit Meinungen und Bewertungen sollte man sich bei Facebook zurückhalten."

Das sieht Kai Uffelmann ähnlich. Zwar verrät Dormagens Kämmerer anderen Nutzern, dass ihm Musik der Band "Unheilig" gefällt, dass er gern die "Lindenstraße" im Fernsehen schaut und der Frankfurter Eintracht die Daumen drückt. Aber: "Was ich bei Facebook schreibe, hat in der Regel dienstlichen Charakter." Sein Titelbild zeigt die Verbundenheit zur Stadt: Zu sehen sind dort unter anderem das Alte Rathaus, das Bayer-Logo und der Zonser Juddeturm. Private Fotos hat Uffelmann nicht eingestellt. "Ich schaue mir an, was so passiert, aber vor Diskussionen drücke ich mich."

Andererseits schätzt Uffelmann wie Thiel die Möglichkeit, mit Bürgern zu kommunizieren. Beispielsweise beschwerte sich ein Dormagener bei ihm über den angeblich mangelhaften Grünschnitt in seiner Straße. "Sowas kann man dann auf dem kleinen Dienstweg erledigen", sagt der Kämmerer. Er betont: "Alles zu kommentieren, würde mich zu viel Zeit kosten." Hat auch Fabienne festgestellt: "Früher", sagt sie, "früher war ich noch viel mehr bei Facebook."

(NGZ/rl)