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Dormagen: Wie Leistungssportler einen Beruf finden

Dormagen : Wie Leistungssportler einen Beruf finden

Junge Leistungssportler und ihre Eltern konnten sich bei einem Informationsabend über den Prozess der Berufsfindung informieren.

Leistungssportler werden in der Öffentlichkeit als Profis angesehen, da ihr intensives Training und die Teilnahme an Turnieren unvereinbar mit einer schulischen, universitären oder beruflichen Ausbildung scheint. Doch tatsächlich sind nur etwa fünf Prozent der Athleten in der Lage, ihren Lebensunterhalt allein durch ihren Sport zu finanzieren. Daher ist eine Ausbildung neben dem Leistungssport für junge Menschen wichtig.

Um jungen Leistungssportlern eine Hilfestellung für den Berufseinstieg zu geben, veranstaltete der Rhein-Kreis Neuss in Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Rheinland einen Informationsabend für Berufseinsteiger in der Mensa der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule. Dirk Porten von der Einstieg GmbH hielt an diesem Abend einen Vortrag zum Thema Berufsfindung.

Eltern erfuhren, wie sie ihre Kinder bei der Berufsfindung unterstützen können. Zu Beginn stellte Dirk Porten heraus, dass es allgemein zwei Sorten von Eltern gibt: "Die einen halten sich komplett aus dem Berufsfindungsprozess ihrer Kinder raus, die anderen sind übereifrig und wollen ihren Kindern am liebsten die ganze Arbeit abnehmen." Wichtig sei es, einen gesunden Mittelweg zu finden. "Die Eltern sollten hinter ihren Kindern stehen und sie von dort aus unterstützen", sagte er.

Die jungen Menschen müssten verstehen, dass sie sich selbst bei möglichen Arbeitgebern präsentieren müssen. Dazu muss vor allem die Eigenmotivation gestärkt werden. "Hier haben besonders die Leistungssportler einen Vorteil", sagte Dirk Porten, "sie sind aufgrund ihres Sportes und der Teilnahme an Wettbewerben bereits daran gewöhnt, im Vordergrund zu stehen und wissen sich zu präsentieren." Dies sollten die jungen Sportler zu ihrem Vorteil machen. Viele Unternehmen sehen es sogar gerne, wenn ihre Azubis in der Freizeit Leistungssport betreiben und geben Möglichkeiten, dies fortzusetzen.

"Natürlich ist es teilweise schwer, Arbeit und Training miteinander zu vereinbaren, aber mein Arbeitgeber hat mich dabei unterstützt", sagte Nathalie Wenzel. Die 20 Jahre alte Zonserin ist Kaderathletin im Taekwondo und hat vier- bis fünfmal die Woche Training. "Ich hatte Gleitzeit und konnte so beispielsweise vor der Arbeit schon Laufen gehen", sagte sie. Sie durfte manchmal früher gehen, um pünktlich beim Training zu sein. So konnte sie ihre Ausbildung zur Industriekauffrau absolvieren und trotzdem noch dem Leistungssport nachgehen.

"Ich weiß, dass ich mir mit dem Sport nie mein ganzes Leben finanzieren kann. Deshalb war es mir wichtig, eine Ausbildung zu machen", sagte Nathalie Wenzel. Jedoch fehlte ihr auch im Beruf der sportliche Aspekt: "Ich möchte nächstes Jahr noch Sportmanagement studieren. So kann ich Beruf und Hobby stärker vereinen."

Dirk Porten betonte, wie wichtig es sei, dass die Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben, alles auszuprobieren. Praktika oder Auslandsaufenthalte können bei der Berufsfindung helfen. Während einer Ausbildung muss der Sport auch nicht vollkommen aufgegeben werden.

(NGZ)