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Dormagen: Widerstand gegen Neubauten

Dormagen : Widerstand gegen Neubauten

Auch an der Kiesenbergstraße im Nievenheim Ortskern gibt es von Anwohnerseite Proteste gegen ein Bauvorhaben im Zuge der Nachverdichtung. Im Planungsausschuss steht das Thema heute auf der Tagesordnung.

Walter Meier ist erleichtert. "Ich hoffe, dass hier jetzt wieder Ruhe einkehrt", sagt der Anwohner der Florastraße, der weiß, "wie wütend die Leute hier waren." Die Wut ist inzwischen auch bei den Befürwortern einer Bebauung im Bereich Vom-Stein- und Florastraße angekommen: Die Politik hat das Projekt jetzt erstmal gestoppt.

Das Thema Nachverdichtung bleibt aber auf der Agenda — weiteres Beispiel ist die Planung an der Kiesenbergstraße im Nievenheimer Ortskern. Zwischen Kiesenberg- und Neusser Straße sollen laut Verwaltung maximal vier zweigeschossige Einfamilienhäuser entstehen, die von der Kiesenbergstraße aus erschlossen werden.

Das Projekt ist heute Thema im Planungsausschuss, wo die Anwohner ihren Protest noch einmal artikulieren wollen. "An unserer Ablehnung hat sich nichts geändert", sagt Gerd Tluczykont, der mit Wolfgang Hoffmann und weiteren Nachbarn eine Initiative gegründet und Unterschriften gesammelt hat. 16 Namen zählt die Liste. Bedeutet: "Alle Anwohner sind gegen die Bebauung", sagt Wolfgang Hoffmann.

Die Anwohner befürchten durch die neuen Häuser Parkplatznot, eine Minderung der Wohnqualität, das Ende der Spielstraße und eine Wertminderung ihres Eigentums. Hoffmann befürchtet zudem, dass es letztlich zu einer Bebauung mit Zwei- bis Dreifamilienhäusern komme, weil sich Einfamilienhäuser für Investoren nicht lohnten.

Zu den bauwilligen Eigentümern gehört die Familie von CDU-Ratsherr Heinz Hahn, der auch im Ausschuss sitzt. "Ich bin deshalb befangen und möchte mich nicht dazu äußern", meint der Ur-Nievenheimer. Den Widerstand gegen die Bebauung nennt er dennoch "eine Lümmelei" von Leuten, "die dort gebaut haben und nun anderen das gleiche Recht absprechen wollen." Ausschussmitglied Norbert Dahmen (CDU) verweist darauf, dass schon eine Seite bebaut worden sei und hält die Bedenken der Anwohner für übertrieben.

Die geplante Bebauung füge sich gut ein, würde sogar niedriger als die bestehenden Häuser. Ausschussvorsitzender Jakob Demming (CDU) verweist ebenfalls auf die "bescheidene Bebauung", die nicht "massiv" ausfallen dürfe. Er versteht zwar die Sorge der Anwohner, kritisiert aber die grassierende "Gegen alles"-Mentalität. Und will keine Fragen zum Tagesordnungspunkt zulassen. "Ein Fachausschuss ist keine Bürgerversammlung." Tluczykont und Hoffmann wollen trotzdem kommen. Ihre Erfolgsaussichten bewerten sie unterschiedlich: "So wie es aussieht, haben wir keine Chance. Die Mehrheit im Ausschuss ist dafür", sagt Tluczykont. Hoffmann meint: "Es lohnt sich, zu kämpfen"

(NGZ/rl)