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Dormagen: Wetterfee erwartet einen heißen Sommer

Dormagen : Wetterfee erwartet einen heißen Sommer

Im Juli wird es warm: Die Bauersfrau Maria Decker beobachtet das Wetter zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige. Anhand der zwölf Tage kann sie das Wetter für ein ganzes Jahr vorhersagen. 2013 wird wechselhaft.

"Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist" — mit dieser doch wenig aussagekräftigen Bauernregel gibt sich Maria Decker aus Hackenbroich nicht zufrieden. Sie verlässt sich nicht allein auf Redensarten und hat ihre eigene Methode, das Wetter vorherzusagen: Seit vielen Jahren erstellt sie Wetterprognosen — beruhend auf Erfahrung und den "zwölf Rauhnächten" zum Jahreswechsel.

"Die zwölf Tage und Nächte zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige stehen für die zwölf Monate des kommenden Jahres", erklärt die 53-jährige Bauersfrau. Temperaturen, Windrichtung, Sonnenstunden, Schnee- und Regenmengen an den Tagen vom 25. Dezember bis 6. Januar dokumentiert sie sorgfältig Jahr für Jahr in ihrem kleinen Taschenkalender. Ihre Prognose für 2013: "Bis Ostern haben wir noch winterliches Wetter. Im April und Mai können die Tage schön und wärmer werden, aber den Nachtfrost werden wir beibehalten." Gute Nachrichten hat sie für alle, die bereits für Juli Urlaub beantragt haben: "Februar mit Schnee und Eis, wird der Sommer sicher heiß. Also stehen alle Zeichen auf einen heißen Sommer — der Juli könnte unser schönster Monat werden. Doch durch die Hitze wird es auch vereinzelt gewittern."

Aber noch ist das letzte Wort über den Sommer nicht gesprochen: Erst bleibt der Siebenschläfertag am 27. Juni, der "Sommer-Regen-Prophet", abzuwarten. "Der kann nochmal alles ändern", weiß die Hobby-Meteorologin. Ein wahres Rätsel gibt der gelernten Chemielaborantin allerdings das Oster-Wetter auf: Entweder wird es richtig sonnig oder es schneit. Warum sie sich nicht festlegt? "Schuld" ist das Wetter um die Weihnachtstage. "Weihnachten im grünen Kleid, es Ostern sicher schneit", sei eine Möglichkeit, denn schließlich sei es sehr regnerisch gewesen, aber mild. Doch vor dem Fest sah das ganz anders aus: "Da würde die Regel ,Weihnachten im Schnee, Ostern im Klee' zutreffen", sagt sie. "Da muss ich mich überraschen lassen."

Bislang habe sie meist richtig gelegen, erhebt aber keinen Anspruch darauf, denn schließlich sei ihre Methode wissenschaftlich nicht haltbar. "Manchmal verschiebt sich meine Prognose um ein, zwei Wochen — aber die grobe Richtung kann ich angeben", sagt Maria Decker. Ihr Mann Leo hat auch schon vom Expertenwissen seiner Frau profitiert, wenn es darum ging, das Getreide vor dem Regen einzufahren. Ihr Talent hat sich schon längst herumgesprochen: "Jedes Jahr im Januar rufen mich Landwirte oder Privatleute an, um zu fragen, wie meine Ergebnisse aussehen", berichtet sie. Gerade Landwirten kann ihre Prognose nützen, die richtige Entscheidung zu treffen. "Rüben etwa sind sehr empfindlich, wenn Frost kommt. Landwirte orientieren sich gerne an meinen Tipps", sagt sie. Und auch wenn bei Familien eine Hochzeit oder eine andere große Feierlichkeit ins Haus stehe, werde sie oft gefragt, ob ein Zelt im Garten aufgebaut werden müsse, um die Gäste vor Regen zu schützen.

Das Interesse für die Vorhersage des Wetters hat die gebürtige Zonserin von ihrem Vater geerbt, der ebenfalls leidenschaftlich gern die Jahreszeiten beobachtet hat. "Ich war als Kind oft draußen in der Natur und habe viel beobachtet und meinem Vater nachgeeifert. Als ich dann in eine landwirtschaftliche Familie eingeheiratet habe, wurden diese Erkenntnisse auf einmal wieder sehr interessant für mich", sagt sie.

(NGZ/ac)