Werkfeuerwehr Currenta trainiert Ernstfall Bei Ineos

Chempark Dormagen : Werkfeuerwehr trainiert Ernstfall

Die Brandschützer rücken am Samstag zum Chempark-Nachbarn Ineos aus.

Was passiert, wenn etwas passiert? Die Prozesse und Handgriffe, die im Ernstfall sitzen müssen, trainiert die Werkfeuerwehr des Chempark-Betreibers Currenta am Samstagvormittag, 30. Juni. „Sicherheit hat im Chempark oberste Priorität“, erklärt Oliver Krause, Leiter der Werkfeuerwehr im Chempark Dormagen. „Deshalb üben wir regelmäßig auch für größere Schadenslagen und bieten vor allem unseren jüngeren Mitarbeitern die Gelegenheit, ihre Kenntnisse weiter zu vertiefen und den Umgang mit dem Spezialequipment zu verfeinern. Außerdem verbessern wir so das Zurechtfinden in den einzelnen Anlagen und die Zusammenarbeit mit den Kollegen im jeweiligen Betrieb.“

Geprobt wird ein Einsatz beim Chempark-Nachbarn INEOS, genauer gesagt im Tanklager West, zu dem die Brandschützer mit großem Fuhrpark ausrücken. Dabei sein wird auch der Turbolöscher. Mit seinen zwei je 18.000 PS starken Düsentriebwerken kann er einen feinen Wassernebel bis zu 150 Meter weit werfen. Diese Technik eignet sich besonders zum Niederschlagen eines ausgetretenen Produkts oder zum Kühlen großer Anlagenteile. Für eine optimale Nachbereitung der Übung sorgt der Einsatz einer Drohne. Aus der Vogelperspektive liefert sie Bilder der simulierten Schadensstelle und bietet einen weiteren Blickwinkel auf die taktischen Maßnahmen der Einsatzkräfte.

Die Übung findet innerhalb der Werkgrenzen statt und ist von 9.30 bis etwa 14 Uhr geplant. Es ist aber nicht auszuschließen, dass in der Worringer Nachbarschaft und von der Bundesstraße 9 aus Einsatzfahrzeuge, Drohne und Wassernebel zu sehen und der Turbolöscher zu hören sein wird.

Zu größeren Einsätzen der Werkfeuerwehr kommt es eher selten. Häufiger sind es Berstscheiben, die für Unruhe in der Bevölkerung sorgen, weil deren Knall extrem laut und weithin zu hören ist. Sie sorgen dafür, dass starke Druckanstiedge entspannt werden können. Ein extremer Fall ereignete sich im Herbst vergangenen Jahres, als in einer Anlage von Ineos eine Sicherheitseinrichtung ansprang. Zunächst hatte es damals geheißen, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Später kam dann die Korrektur, weil es insgesamt 14 Krankenfahrten gegeben habe. Beschäftigte von Partnerfirmen, die aufgrund laufender Wartungsarbeiten vor Ort tätig waren, wurden prophylaktisch in ärztliche Behandlung gebracht.“ Ähnliche Vorfälle hatte es bei Ineos zuletzt im März dieses Jahres und im Dezember 2016 gegeben. Spektakulär sind ebenso Hochfackeln, durch die überschüssiges Gas abgebrannt wird.

(schum)
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