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Dormagen: Werden Gärten noch bebaut?

Dormagen : Werden Gärten noch bebaut?

Von Gesprächen der Stadt mit den Stürzelberger Bürgern hängt ab, ob die Gärten im Bereich zwischen Feld- und Schulstraße nachverdichtet werden. Die Stadt prüft derzeit, ob ein weiteres Verfahren erfolgversprechend ist.

Die Pläne der Stadt Dormagen, im Bereich der Gärten zwischen Feld-, Fahrt-, Biesenbach- und Schulstraße Bauland zu schaffen, hatten zu teils massivem Protest der betroffenen Anwohner geführt. Längst nicht alle Bürger wollen, dass ihre großen Gärten zu Bauland werden, sie fürchten Verkehrs-Chaos und Eingriffe in ihre Idylle (die NGZ berichtete). Inzwischen scheint sich die Diskussion abgekühlt zu haben.

Die Stadt lädt nun Stürzelberger zu Gesprächen ein, um die Chancen zur Verwirklichung des Nachverdichtungsprojektes zu prüfen. "Angesprochen werden zunächst die Anwohner, die wir identifiziert haben, um das Vorhaben zumindest in Teilabschnitten zu verwirklichen", sagt Stadtplaner Gregor Nachtwey. Damit sind die Bürger gemeint, ohne deren Grundstücke keine Nachverdichtung möglich ist, wo beispielsweise Zufahrtsstraßen entstehen müssten. "Vom Ausgang dieser Gespräche hängt ab, ob wir das Bebauungsplanverfahren weiterführen", erklärt Nachtwey. Wie hoch die Chancen stehen, dass in den Gärten in wenigen Jahren neue Häuser gebaut werden, kann er noch nichts sagen: "Sicher ist, dass so oder so in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht gebaut wird."

Steht der Bebauungsplan, dauere es etwa ein Dreivierteljahr, um unter anderem die frühzeitige Bürgerbeteiligung sicherzustellen. "Der Rat der Stadt wägt dann am Ende ab, ob Bedenken der Bürger in der weiteren Planung berücksichtigt werden", macht Nachtwey deutlich. Es folgt ein so genanntes Umlegungsverfahren. Notwendige Verkehrs- und Grünflächen werden aus den Grundstücken herausgenommen. Dazu müssen die Bürger erklären, ob sie ihr Grundstück in die Planung mit einbringen.

Nachtwey selbst hält das Projekt weiter für sinnvoll. "Durch die Nachverdichtung werden hohe Kosten gespart, da die Infrastruktur vorhanden ist", erklärt er. Auch einige Anwohner würden sich freuen, wenn Teile ihrer Gärten bebaut würden. "Unser Dorf vergreist, wenn wir nicht neue Bau-Möglichkeiten schaffen", sagt Maria Pelzer. Die Anwohnerin der Feldstraße redet mit Nachbarn, die auch für die Bebauung sind, darüber. "Insgesamt hat es sich aber etwas beruhigt", ergänzt sie. Diesen Eindruck teilt Isolde Winter von der Schulstraße: "Es wird abgewartet, was die Gespräche der Stadt erbringen." Winter ist nicht für die große, aber für eine Teilrealisierung der Planung. "Wir hätten gern, dass unsere Kinder im Bereich der Gärten bauen können", erklärt sie. Größere Lärmbelästigung durch zusätzlichen Verkehr befürchtet sie nicht: "Im Bereich der Kuhtrifft ist es doch auch ruhig. Es entsteht doch keine Durchgangsstraße, die als Abkürzung genutzt werden könnte."

(NGZ)