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Dormagen: Werbung für Dormagen

Dormagen : Werbung für Dormagen

Städte und Gemeinden sollen künftig auf ihren Ortsschildern mit Namenszusätzen für sich werben dürfen. Die Stadt Dormagen will ernsthaft darüber nachdenken. Die NGZ hat erste Ideen gesammelt.

"Stadt Dormagen Rhein-Kreis Neuss" steht bislang auf den Ortseingangsschildern. Das könnte sich bald ändern. Denn im Landtag wurde kurz vor der Sommerpause darüber nachgedacht, die Gemeindeordnung so zu ändern, dass künftig auch Eigenwerbung in Form eines Slogans auf den gelben Schildern möglich wird — wie schon in anderen Bundesländern.

"Das Thema ist in den Kommunalausschuss verwiesen worden", sagt Landtagsabgeordneter Wiljo Wimmer (CDU). Im Herbst wird weiter diskutiert — klar ist, dass Kriterien aufgestellt werden, die allzu abwegige Werbung verhindern sollen.

Wimmer hält die Initiative für eine gute Idee: "Das kann zur Profilbildung und Positionierung einer Kommune beitragen", sagt er. Wie in Hagen, wo Oberbürgermeister Jörg Dehm "Stadt der FernUniversität" auf die Ortsschilder schreiben ließ — und Ärger mit der Bezirksregierung bekam. Künftig wird solche Werbung zulässig sein — SPD und Grüne haben ihre Unterstützung für die CDU-Initiative signalisiert.

Auch in Dormagen mangelt es nicht an Ideen. Wimmer schlägt "vor dem Hintergrund der Schwerpunkte in den vergangenen Jahren" den Zusatz "Familienstadt" oder "Stadt der Generationen" vor. In die gleiche Richtung weist ein Vorschlag von Hans Sturm. Der stellvertretende Bürgermeister denkt an "Die kinderfreundliche Stadt". "Dafür sind wir ja bundesweit bekannt geworden", sagt Sturm, der an das "Dormagener Modell" denkt. Vor dem Hintergrund von Dormagens Vergangenheit passe auch "Die alte Römerstadt".

Sturms Favorit ist die "Sportstadt Nummer Eins im Rhein-Kreis". "Keine Stadt im Kreis hat so viele Sportler im Perspektivteam für die olympischen Sommerspiele in London 2012 wie Dormagen", sagt Sturm. Auch den Zusatz "Schützenstadt" hält er für passend. "Aber den werden die Neusser haben wollen", sagt er und lacht.

Ein Thema wäre der Zusatz natürlich auch fürs Stadtmarketing. Guido Schenk meint: "Man müsste etwas ganz Neues entwickeln, das wirklich Identität stiftet." Vorhandenes wie "Mittendrin: Im Leben" sei ungeeignet; "es darf auch nicht künstlich sein. So etwas wie ,Domstadt Köln' passt perfekt." Schenk plädiert für einen Zusatz, bei dem der Rhein eine Rolle spielen sollte.

"Das Tor zum Niederrhein" hat der ehemalige Landtagsabgeordnete Karl Kress bereits früher einmal ins Spiel gebracht. Problem: Geografisch beginnt der Niederrhein hinter dem Siebengebirge, gefühlt gleichwohl nördlich von Köln.

Findet auch Stadtsprecher Harald Schlimgen, der sich vorstellen kann, dass über einen Zusatz ernsthaft nachgedacht wird. "Die Städte suchen ja alle nach Alleinstellungsmerkmalen." Und Dormagens Charakteristikum sei nunmal die Lage am "Rheinischen Äquator". Was auch gefunden wird: "Der Slogan muss in jedem Fall von allen mitgetragen werden."

(NGZ)