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Dormagen: Wer wohnt wo im Tannenbusch?

Dormagen : Wer wohnt wo im Tannenbusch?

Die 200 Tiere im Wildpark Tannenbusch werden von Tausenden von Besuchern jeden Monat begutachtet. Vor allem Kinder haben Spaß an den Ziegen, Wildschweinen und Rehen vor ihrer Haustür. Die NGZ zeigt, welches Tier im Tannenbusch wo wohnt.

Charles ist bockig. Als fast 15-Jähriger scheint er einfach nicht hören zu wollen. Auch wenn Kaltblüter kein Teenageralter kennen, benimmt er sich genauso: Störrisch wie die Esel aus dem Nachbargehege widersetzt sich Charles den Bemühungen der Parkmitarbeiterin, ihn vom Fleck zu bewegen. "Charlie, jetzt komm schon", ruft Christian Lüdecke. Und siehe da, das Kaltblutpferd Charles setzt sich auf einmal in Bewegung — ob es an der Koseform seines Namens, dem Tonfall oder dem energischen Ziehen des Tierpflegers liegt?

Diese und andere Tierbegegnungen sind täglich im Tierpark Tannenbusch zu beobachten: 200 Tiere leben dort. Viele Besucher genießen die Herbstsonne, um bei einem Spaziergang durch den Wald auch mal einen Abstecher zu den Tieren zu unternehmen, Kinder und Erwachsene nutzen den Generationenspielplatz und genießen das Naturerlebnis.

"Am vergangenen Wochenende hatten wir über 2000 Besucher", sagt Ellen Peterburs. Die 67 Jahre alte Leiterin des Tierparks engagiert sich mit Herzblut für die Tiere. 43 Jahre hat sie bei der Stadt Dormagen gearbeitet, bevor sie zur Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), der Betreiberin des Tierparks, ausgeliehen wurde. Die Arbeit gefällt ihr so gut, dass sie auch über ihren Ruhestand 2009 hinaus die Tier- und Geopark-Leitung leidenschaftlich weiterführt: "Wir sind hier ein tolles Team", schwärmt sie.

Melchior ist ebenfalls ein besonderer Zeitgenosse: Mit langem Bart steht er stolz auf seinem erhöhten Posten und beäugt die Vorbeigehenden kritisch. Die "Kuh des kleinen Mannes", die Hausziege, ist in einer Ecke des Parks bei den letzten beiden Hängebauchschweinen und einigen Fasanen untergebracht. "Zu uns ist er immer lieb", beschwört Tierpfleger Lüdecke, "aber ab und zu scheint er im Zaun einen Rivalen zu sehen und rammt ihn".

Auch traurige Momente gibt es im Tierpark. So starb vor kurzem der 18 Jahre alte Auerochse "Nadu", der fast sein ganzes Leben im Tannenbusch verbracht hat. "Er ist mir schon sehr ans Herz gewachsen", erklärt Lüdecke, der ansonsten die Anhänglichkeit der Esel und die Schönheit des distanzierteren Rotwildes schätzt.

Neben den Streichelzoo-Ziegen sind vor allem die Wildschweine bei den kleinen Besuchern beliebt — daher ist das Maskottchen "Schorsch" ein plüschiges Wildschwein.

(NGZ/jco)