Dormagen: Wenig Raser bei Blitzmarathon

Dormagen : Wenig Raser bei Blitzmarathon

Wenig Arbeit hatte die Dormagener Polizei bei der gestrigen Blitzaktion gegen Verkehrssünder. Die Ordnungshüter kontrollierten an der Kloster- und der Knechtstedener Straße – Verstöße mussten sie kaum notieren.

Wenig Arbeit hatte die Dormagener Polizei bei der gestrigen Blitzaktion gegen Verkehrssünder. Die Ordnungshüter kontrollierten an der Kloster- und der Knechtstedener Straße — Verstöße mussten sie kaum notieren.

Das Geschwindigkeitskontrollgerät klackert und surrt wie ein Fotoapparat, während Yavuz Dündar auf den Auslöser drückt. Mittels eines Visiers lenkt der Polizeibeamte den roten Punkt auf das Nummernschild des Golf IV, der aus Richtung Anstel auf der Klosterstraße entgegen kommt. "Sirrrklick Sirrrklick." Der Wagen ist noch über 200 Meter entfernt. Doch Yavuz Dündar weiß nach mehrfachem Drücken des Auslösers, dass der Fahrer mit 59 Stundenkilometern unterwegs ist. Das ist okay. Erst ab 64 Stundenkilometer winken die Ordnungshüter die Verkehrssünder raus. "Für uns ist wichtig, dass wir hier präventiv tätig werden", erklärt Polizeikommissar Stefan Kerst,

Präventiv tägig werden

82 Polizisten beteiligten sich gestern im Rhein-Kreis ab 6 Uhr am 24-Stunden-Blitz-Marathon, um gegen Geschwindigkeitssünder vorzugehen. In Dormagen waren neun Kollegen im Einsatz, darunter auch einige blau gekleidete Beamte der Bereitschaftspolizei aus Wuppertal. An weiteren Stellen im jeweiligen Stadtgebiet hatten die Kommunen ihre Radarwagen geparkt.

Kontrolliert wurde im Rahmen der landesweiten Kampagne an neuralgischen Punkten, die Bürger vorschlagen konnten. Jetzt nicht berücksichtigte Vorschläge würden nach und nach aufgegriffen.

Simon Kessel, der eine Spedition an der Klosterstraße betreibt, kennt die Problematik mit Rasern: "Die fahren hier teilweise über den Bürgersteig, das ärgert mich schon." Wenn die Ampel noch grün sei, versuchten viele Autofahrer, noch die Grünphase zu erwischen. Gefährdet sieht er insbesondere ältere Menschen, die zum Einkaufen in den örtlichen REWE-Markt wollen. Auch im Rhein-Kreis Neuss hatte es im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Verkehrstoten gegeben. Waren im Jahr 2010 noch acht Menschenleben zu beklagen, starben im Folgejahr 13 Verkehrsteilnehmer auf den Straßen im Rhein-Kreis. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 ging die Zahl der Getöteten im Vergleichszeitraum um mehr als 70 Prozent zurück. Der Rückgang ist aus Sicht der Polizei ein Indiz dafür, dass sie mit ihrer weiterentwickelten Verkehrsstrategie offensichtlich auf dem richtigen Weg ist. Im Rahmen der Strategie zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen werde es auch nach dem Blitz-Marathon Kontrollen für mehr Sicherheit im Verkehr geben.

Auch nach einer Stunde mussten die Beamten an der Klosterstraße noch keinen Verkehrssünder wegen zu hoher Geschwindigkeit aus dem Verkehr ziehen. Die Autofahrer warnen sich oft per Lichthupe, so Stefan Kerst. Das Ziel der Polizei ist dennoch erreicht: präventiv tätig zu werden.

(NGZ/url)