Wenig Chancen für neues Großkino in Dormagen

Filmangebot in Dormagen: Wenig Chancen für neues Großkino

Bürgermeister Erik Lierenfeld sieht keinen Investor und wirtschaftlichen Erfolg.

In Dormagen wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Großkino mehr geben. Diese düstere Perspektive zeichnet sich nach Aussagen von Bürgermeister Erik Lierenfeld ab. Der hält es für sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Investor beziehungsweise ein Betreiber für ein solches Kino findet. „Das muss sich ja auch tragen, und das ist in einer Mittelstadt wie Dormagen schwer“, sagte er am Freitag. Seiner Aussage zufolge wird es im Dormacenter keinen Nachfolger von Cineplex und Mein Kino mehr geben. Letzteres Kino hatte im Sommer vergangenen Jahres unerwartet nach nur kurzer Spielzeit geschlossen. „Das Nutzer-Verhalten hat sich stark verändert. Früher ist man viel häufiger ins Kino gegangen“, so Lierenfeld. „Heute in Zeiten von Streamingdiensten kann man sich Topfilme schon kurz nach ihrem Erscheinen zu Hause anschauen.“

Nach Angaben von Lierenfeld gestalten sich die Kontakte zu den Besitzern der Immobilie, in der das Dormacenter beheimatet ist, weiterhin schwierig. Klare Aussagen gibt es von dem Unternehmen, das postalisch an der Königsallee in Düsseldorf sitzt, keine. Abseits des Kino-Themas hat das Dormacenter in den vergangenen Monaten und Jahren vor allem durch Auszüge von Unternehmen Schlagzeilen gemacht, zum Beispiel Aldi. Leerstand gibt es reichlich und niemand weiß aktuell, was dort passieren soll.

  • Dormagen : Seniorenkino kehrt im April nach langer Pause zurück

Weil das Dormacenter aus Sicht der Stadt als künftiger Spielort für Kinofilme wegfällt, setzt sie auf Eigeninitiative: „Private Investitionen wird es kaum geben, also muss eine Initiative eher von der Stadt kommen.“ Und das geschieht auch dadurch, indem in der Kulturhalle regelmäßig (anspruchsvolle) Filme gezeigt und dort auch das Seniorenkino und ein Angebot für Kinder integriert werden sollen. Die Kosten für ein solches Projekt werden von der Stadt mit einmalig 50.000 Euro für die Anschaffung der benötigten technischen Ausstattung sowie auf jährlich rund 6000 Euro für den Betrieb beziffert. Ein Problem liegt aktuell darin, dass es – anders als erhofft – keine Landesförderung für ein solches Kinoprojekt geben wird, weil die Nachfrage für die Finanzmittel für einen entsprechenden Fördertopf so groß gewesen ist, dass Dormagen nicht zum Zug gekommen ist.

Laut Lierenfeld gibt es Pläne im Rathaus für „Rudelgucken“ – das heißt, dass an einem zentralen Ort eine Großbildleinwand aufgestellt und dort viele Dormagener zusammen einen Film ansehen und einen unterhaltsamen Abend verbringen können. Im Rathaus wird an der Umsetzung gearbeitet. Ein weiteres Projekt ist das in Zons: Dort wird angestrebt, in den Sommermonaten auf der Freilichtbühne Open-Air-Kino zu veranstalten.

Mehr von RP ONLINE