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Dormagen: Weltgewandter Künstler

Dormagen : Weltgewandter Künstler

Aufgewachsen in Wien und Shanghai ist Peter Engländer inzwischen in Dormagen sesshaft. Mit ungewöhnlichen Motiven und abstrakten Blickwinkeln sind seine Bilder fester Bestandteil zahlreicher Ausstellungen.

Dormagener Kunstinteressierten ist Peter Engländer seit vielen Jahren bekannt. Bei zahlreichen Ausstellungen hat der pensionierte Architekt bereits mitgewirkt. Seit 1999 ist er aktives Mitglied im Kunstverein Galerie-Werkstatt, wo die allermeisten seiner farbenfrohen Bilder entstehen. So abwechslungsreich wie seine Kunst, ist auch seine Biografie: Peter Engländers ist 1938 in Breslau geboren, aufgewachsen in Shanghai und Wien bevor es ihn dann zum Architekturstudium nach Köln verschlug, wo er noch immer wohnt.

Rund 70 seiner Werke sind über drei Stockwerke in der Glasgalerie des Kulturhauses zu sehen. Farbenfrohe Landschaften, Tiermotive und Porträts geben einen Einblick in das vielfältige Werk des Künstlers. Technisch sind die ausgestellten Acrylgemälde alle gegenständliche Darstellungen, Engländers "Blickwinkel" – so der Titel der Ausstellung – sind jedoch teilweise so ungewöhnlich, dass der Betrachter Mühe hat, Details zuzuordnen. Manche Motive wirken beinahe abstrakt: So erstreckt sich der Kopf eines Insekts wie unter einer Lupe über die gesamte Bildfläche oder die Äste eines alten Baums wachsen in einem verwirrenden Netz in den Himmel.

Engländer ist kein Künstler, der sich erst während des Malens von seinem Motiv leiten und inspirieren lässt. Er hat das Bild bereits fertig im Kopf, bevor er den ersten Pinselstrich auf die Leinwand bringt. "Ich muss vor Arbeitsbeginn eine konkrete Vorstellung von dem Bild haben und mag es nicht, wenn der Zufall zu sehr ins Werk pfuscht", erklärt er. Am liebsten malt er nach Fotografien – Schnappschüsse, in denen er Szenen und Stimmung spontan mit der Kamera eingefangen hat. Teilweise entstehen sie im Alltag des 72-jährigen, etwa wenn er seine Enkelkinder fotografiert, aber auch unterwegs, wenn er nächtliche Straßenszenen oder Landschaften auf Sylt im Bild festhält. Die leuchtenden, teilweise beinahe grellen Farben, die er für seine Darstellungen wählt, und der kräftige Pinselstrich lassen manches Motiv dennoch fast surreal wirken. Ein kleiner Mops, der sich vor einem knallroten Hintergrund abhebt oder ein glühender Sonnenuntergang ziehen den Betrachter magisch in ihren Bann. Wichtig ist Engländer bei seiner Kunst der Austausch mit seinen Kollegen in der Galerie-Werkstatt, von denen er immer wieder Anregungen aufgreift und neue Ideen bekommt. So ist in der Ausstellung auch eine Gemeinschaftsarbeit zu sehen, an der unter anderem eine verstorbene Kollegin mitgewirkt hat. "Ich wollte sie damit noch einmal besonders ehren", so Engländer.

(NGZ)