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Dormagen: Weitere Schäden an St. Agatha entdeckt

Dormagen : Weitere Schäden an St. Agatha entdeckt

Während der Sanierung der Kirche St. Agatha haben sich weitere Schäden gezeigt, so dass die Erhaltung noch teurer wird. Jetzt muss auch das Dach über der Sakristei neu gedeckt werden. Gesamtkosten: rund eine halbe Million Euro.

Keine guten Nachrichten für die Mitglieder der katholischen Kirche St. Agatha in Straberg: Nachdem bereits zusätzliche Schäden an der Kirchenfassade dafür gesorgt hatten, dass sich die Kosten der Sanierung auf mehr als 500 000 Euro verdoppelt hatten, muss nun auch noch das Dach der Sakristei neu gedeckt werden. Weitere 13 000 Euro müssen dafür aufgewendet werden. "Eigentlich sollte nur das Dach der Apsis mit Schieferplatten erneuert werden", erläutert Anja Reinold-Kapff, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes St. Agatha Straberg.

Foto: ON

Sie kennt diese Situation bereits aus dem Vorjahr: Schließlich sollte die Fassade der 1888 eingeweihten Straberger Kirche saniert werden, indem die Natursteinabdeckungen und einige Fugen ausgetauscht werden sollten. Zunächst war nur geplant, die maroden Natursteinabdeckungen der Pfeiler zu erneuern, da diese alters- und witterungsbedingt bedenklich zu bröckeln begonnen hatten, doch dann entdeckten die Steinmetze bei ihrer Arbeit die größeren Fassaden-Schäden.

Foto: ON

"Veranschlagt waren 225 000 Euro, doch dann hat sich gezeigt, dass das Zement-Kalk-Gemisch in den Fugen sich aufgelöst hatte, so dass es einen 310 000 Euro teuren Nachschlag an Sanierungsbedarf gab", sagt Reinold-Kapff. Dabei gehe es nicht um eine Verbesserung der Optik, sondern darum, die Kirche zu erhalten.

"Wir wollen unsere Kirche retten, aber für eine so kleine Gemeinde wie St. Agatha sind das enorme Summen, die wir stemmen müssen", so die Kirchenvorstand-Verantwortliche. Denn obwohl das Erzbistum Köln rund 70 Prozent der Sanierungskosten übernimmt, liegt der Eigenanteil der Gemeinde bei etwa 160 000 Euro. "Wir können auf Rücklagen zurückgreifen und den Rest zwar über ein internes Kirchendarlehen zurückzahlen, aber wir versuchen durch ein Benefizkonzert, Kuchenverkäufe auf dem Pfarrfest und Sonderkollekten Geld für die Kirchensanierung zu sammeln", erklärt Reinold-Kapff.

Etwa die Hälfte der Sanierungsarbeiten, die voraussichtlich bis Oktober dauern sollen, ist abgeschlossen. Das Fugen-Material, was noch vorhanden ist, musste ausgeschlagen und neue Fugen eingearbeitet werden. Mit jedem fertigen Abschnitt wandert das Gerüst weiter. "Wir hoffen, den Zeitplan trotz der Verzögerung durch den langen Frost halten zu können", sagt Anja Reinold-Kapff. Wenn das Wetter trocken ist, kann das noch klappen.

Dann könnte auch noch der zeitliche Rahmen reichen, um die Orgelsanierung, für die seit 2011 gesammelt wird und die zurzeit zurückgestellt ist, noch in diesem Jahr voranzutreiben. "Ich hatte gehofft, schon zu Weihnachten den Klang der erneuerten Orgel zu hören", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Solange jedoch die Sanierungsarbeiten an der Fassade Schmutz produzieren, kommt die Erneuerung der Orgel nicht infrage. "Da warten wir lieber ab", sagt Reinold-Kapff. Insgesamt koste die Orgelsanierung 32 000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde von mehr als 10 000 Euro sei bereits gesichert und werde nicht für die Fassadenarbeiten angetastet.

(NGZ/rl)