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Dormagen: Weihnachtsmarkt wird teurer

Dormagen : Weihnachtsmarkt wird teurer

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes könnte weniger Dekoration auf dem Dormagener Weihnachtsmarkt bedeuten. Organisatorin Agnes Meuther rechnet mit 3000 Euro Mehrkosten wegen erhöhter Gema-Gebühren.

Er sollte glamourös und stimmungsvoll werden der neue Weihnachtsmarkt. Damit dies gelingt, hatte sich Hauptorganisatorin Agnes Meuther viele Veränderungen zu den bisherigen Weihnachtsaktionen in der Innenstadt überlegt. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe zur Gebührenberechnung der Verwertungsgesellschaft Gema könnte dieses Vorhaben behindern.

Die Richter hatten in dieser Woche entschieden, dass Veranstalter von Straßenfesten und Weihnachtsmärkten Gebühren für ihre gesamte Veranstaltungsfläche an die Gema zahlen müssen. Für Meuther bedeutet dies nach ersten Berechnungen rund 3000 Euro mehr Ausgaben, als sie bisher eingeplant hatte.

Zwei Veranstalter hatten gegen die Praxis der Gema geklagt, die in Deutschland die Urheberrechte von Komponisten, Textautoren und Musikverlegern vertritt. Wird Musik öffentlich gespielt oder gesungen, zahlen die Veranstalter an die Gema, die das Geld an Vertragspartner, die Urheber, ausschüttet.

"Das Urteil reißt ein riesiges Loch in die Planung", sagt Meuther. Die Stürzelbergerin, die in diesem Jahr den voradventlichen Markt im Rheindorf und die Weihnachtsaktionen in der Innenstadt plant und verbessern möchte, reagiert mit Missverständnis: "Es war uns bewusst, dass wir Gema zahlen müssen, wenn Chöre oder Kapellen auf dem Weihnachtsmarkt singen oder spielen. Doch hatte ich damit gerechnet, nur für die Zeit der eigentlichen Auftritte zahlen zu müssen", gibt sie an.

Der Bundesgerichtshof hatte jedoch die seit 2006 gängige Praxis der Gema für korrekt erklärt: "Der Gema wäre es (...) nicht zumutbar, bei jeder (...) Veranstaltung (...) die Fläche zu ermitteln, die von der Bühne mit Musik beschallt wird (...). Die Berechnung nach der Gesamtveranstaltungsfläche ist daher auch aus Gründen der Praktikabilität geboten", heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts.

Meuthers Planung sieht vor, dass an den 23 Dezembertagen vor Weihnachten Musik vor dem Rathaus erklingt. "Wir machen eine Kalender-Aktion und öffnen jeden Abend ein Türchen", erklärt sie. Am Rathaus sollen verschiedene Chöre singen — "jeden Abend für etwa 15 bis 20 Minuten, für die wir täglich den vollen Betrag für den Platz an die Gema zahlen", sagt sie. Der zeitliche Umfang der Veranstaltung findet in der Bemessung der Gema keine Berücksichtigung.

"Wir sprechen von 500 Quadratmetern", macht Stadtmarketingleiter Guido Schenk deutlich. Er kennt das Problem von Festen wie dem Michaelismarkt. "Müssen wir so viel zahlen, müssen wir bei der Deko klar sparen", erklärt Meuther.

(NGZ)