Konzert in der Basilika Knechsteden Bach zum „dritten Weihnachtstag“

Knechtsteden · Chor, Solisten und Barockmusiker präsentierten drei Kantaten von Johann Sebastian Bach in der Basilika in Knechtsteden – alles passte vorzüglich zusammen.

 Weihnachtsmusik von Johann Sebastian Bach war in der Basilika im Kloster Knechtsteden zu hören.

Weihnachtsmusik von Johann Sebastian Bach war in der Basilika im Kloster Knechtsteden zu hören.

Foto: Susanne Dobler/Susaane Dobler

So recht mag sich keiner von der langen „Feiertagsstrecke“ verabschieden. Das gilt vor allem für die Messen und die herrliche Musik. Johann Sebastian hat diese Einstellung mit seinen Kompositionen ein Stück weit vorweggenommen, indem er die Choralkantate „Ich freue mich in Dir“ (BWV 133) komponierte. Sie war ausdrücklich „für den 3. Weihnachtstag bestimmt“, was heutzutage ein wenig irritiert. Zu hören war sie jetzt beim Bach-Weihnachts-Oratorium in der Basilika im Kloster Knechtsteden.

Den zweiten Teil des Konzerts steuerten zwei Kantaten des Weihnachts-Oratoriums bei – die weniger im Brennpunkt der Aufführungspraxis stehenden Kantaten IV. und V. Unter der bewährten Leitung von Joachim Neugart spielte das Barockensemble „SONARE Neuss“ auf, sang in stattlicher Anzahl der Münsterchor Neuss und glänzten vorzügliche Gesangssolisten: Elisa Rabanus (Sopran) Luca Segger (Altus), anstelle der erkrankten Angela Froemer (Alt) sowie Leonard Reso (Tenor) und Sebastian Klein (Bass).

Alles passte vorzüglich zusammen beim Konzert in der Basilika. Diese weihnachtliche Kultmusik ist doch im wesentlichen Verkündigung, indem sie die Weihnachtsgeschichte auf eine heute geradezu märchenhaft eingängige Art und Weise erzählt.

Bei aller interpretatorischen Klasse der Solisten und Barockmusiker hat der Chor das Sagen und sind wie in sämtlichen sechs Kantaten des grandiosen Oratoriums Choräle Richt- und Orientierungspunkte.

Die Texte sind vom altertümlichen Original-Duktus übernommen. Würde es doch der Aufführung kaum bekommen, wenn daran etwas geändert würde. Gerade sie faszinieren auf ihre Weise und sind doch eingebettet in die wunderbare Musik. Beides zusammen kam mit einer ungeheuren Wucht herüber.

So entspann sich in der Basilika ein veritabler dritter Weihnachtstag mit musikalischen Geschenken. Mit Rezitativen, wuchtigem und gleichwohl zurückgenommenem Chor, ausuferndem Solo-Gesang und der herrlichen instrumentalen Grundierung. Für den bleibenden Eindruck sorgten sie alle zusammen.

Und dabei konnte der eine oder andere nach seinen Vorlieben doch auffallende Pretiosen notieren. So beeindruckte Elisa Rabanus mit ihrem strahlenden und für ihre grazile Erscheinung überraschend kräftigen Sopran, faszinierte Luca Segger mit seinem Altus-Stimmvermögen und standen auch Leonhard Reso, Tenor, und Sebastian Klein, Bass, den anderen in nichts nach. Der Applaus zum Abschluss nahm fast kein Ende, die gehobene Stimmung hielt lange an.

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