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Dormagen: "Weibsbilder": Spaßiges Plädoyer für Sinnesfreuden

Dormagen : "Weibsbilder": Spaßiges Plädoyer für Sinnesfreuden

In Dormagen haben die "Weibsbilder" seit Jahr und Tag eine besonders treue Fangemeinde. Mit jedem neuen Programm gastieren Claudia Thiel und Anke Brausch in der Stadt, wobei sie die Zuschauer jetzt während des Theatersommers zu einem turbulenten Ausflug auf eine Beauty-Farm mitnahmen.

"Botox to go" lautet der Titel des gut zweistündigen Wortgefechts, das auch dann seine muntere Fortsetzung findet, wenn nur ein Weibsbild monologisierend auf der Bühne steht. Es bleibt bei der bewährten Arbeitsteilung: Anke Brausch hackt genüsslich auf Claudia Thiel herum. Die erträgt es mit stoischer Gelassenheit und sorgt mit treffenden Kontern dafür, dass sie nicht untergebuttert wird. Mit auf der Beauty-Farm sind auch einige Kultfiguren der "Weibsbilder", so etwa die dreist frühreife "Tineke", deren Berufswunsch "Model" die Glotze ihr schon fest ins eigentlich noch entwicklungsfähige Hirn gebrannt hat und die auch schon mal mit einer Politikerkarriere droht: "Dann tu ich über Euch regieren."

Nicht fehlen darf Christel Müller aus Kalenborn-Scheuern in ihrer Paraderolle als mit küchenphilosophischer Weisheit ausgestattete Putzfrau aus der Eifel.

Dass gegen das Altern letzten Endes kein Kraut irgendeiner Beauty-Farm gewachsen ist, machen die "Weibsbilder" in einem furiosen Finale deutlich. Im zarten Alter von 86 Jahren blicken die beiden auf die Männerjagd vergangener Jahrzehnte zurück, aus der Claudia Thiel zumindest eines gelernt hat: Männer mag sie nur noch "ambulant, nicht stationär" konsumieren. Opfer ihres ganz und gar nicht erloschenen Jagdeifers soll ein nichtsahnender Jüngling werden. "Lass den Zivi in mein Bett", singt "Oma" überaus freizügig, wobei dann auch das Publikum zumindest für den Refrain gefragt ist.

Mit einer leichten Abwandlung des noch immer bekannten Neue-Deutsche-Welle-Ohrwurms "Ich geb Gas, ich will Spaß" setzt Anke Brausch einen furiosen Schlusspunkt unter das augenzwinkernde Plädoyer der "Weibsbilder" für ein sinnesfrohe Dasein jenseits aller biologischen Grenzen.

(NGZ)