Wegekreuz in Zons ist eine Rätsel der Stadt

Dormagen : Wegekreuz mit bizarren Eisenhaken

Bei dem Zonser Kleindenkmal an der Kreisstraße 12 hat der Künstler zwei Besonderheiten geschaffen.

Tag für Tag kommen viele Fahrrad- und Autofahrer an einem besonderen Kleindenkmal vorbei und wissen es vermutlich nicht. An der Kreisstraße 12, die von der Bundesstraße 9 nach Zons führt, steht hinter einem Gebüsch verborgen, ein ungewöhnliches Wegekreuz. Es wird das „Hagelkreuz“ genannt und hat eine Höhe von drei Metern und 26 Zentimetern. Als Materialien wurden das vulkanische Gestein Trachyt und Eisen verwendet.

Das Zonser Hagelkreuz weist gleich zwei Besonderheiten auf. Während die meisten Wegekreuze durch die Position des gekreuzigten Christus eine eindeutige Vorderseite haben, hat der Steinmetz beim Hagelkreuz zwei Darstellungen geschaffen: Eine Figur auf der Vorderseite und eine auf der Rückseite. Auf diese Art und Weise konnten die Menschen beim Hin- und beim Weggang von Zons eine Kreuzigungsszene sehen. Noch ungewöhnlicher sind jedoch die bizarren Eisenhaken, die vertikal aus den beiden Enden des Querbalkens hervorkommen. Zwischen dem Christuskopf und der INRI-Tafel ragt ebenfalls ein Metallstück hervor. Was wollte der Künstler den Betrachtern damit sagen?

Früher stand das Hagelkreuz an zentraler Stelle an der Ecke Aldenhoven-/Deich-/Schlossstraße. Als dort 1861 das Kreuz der Familie Schmitz errichtet wurde, kam das Hagelkreuz an seinen heutigen Platz an der ehemaligen L 35. Im Auftrag der Stadt Zons wurde es durch den Steinmetz Geißler restauriert und nach dem Ausbau der Landesstraße 1973 wieder aufgestellt. Seit dem 15. Mai 1984 ist das Hagelkreuz als ein unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk eingetragen.

Im gesamten Gebiet von Dormagen gibt es über 100 Wegekreuze, Bildstöcke und Heiligenhäuschen. Sie bezeugen den christlichen Glauben und die Frömmigkeit der katholischen Bevölkerung.

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