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Wechsel SPD-Fraktionsspitze: Schmitt schlägt Behncke vor

Dormagen : Tausch an der Spitze der SPD-Fraktion

Nach zehn Jahren als Fraktionschef gibt Bernhard Schmitt sein Amt zurück und schlägt der Fraktion vor, seinen Stellvertreter Andreas Behncke zum Vorsitzenden zu wählen. Er selbst möchte als „Vize“ dabei bleiben.

Am nächsten Dienstag, 10. Juli, wählt die SPD-Fraktion auf einer Sondersitzung einen neuen Vorsitzenden. Am Dienstagnachmittag hat der Amtsinhaber, Bernhard Schmitt, in einer Pressemitteilung angekündigt, seinen Posten nach etwas mehr als zehn Jahren an der Fraktionsspitze zur Verfügung zu stellen, und gleichzeitig seinen Stellvertreter Andreas Behncke als Nachfolger vorgeschlagen. Schmitt wünscht sich einen Ämtertausch: Er selbst stehe als stellvertretender Fraktionsvorsitzender gern weiter zur Verfügung.

Bereits einen Abend zuvor hatte der 63 Jahre alte Schmitt bei der turnusgemäßen Sitzung die Mitglieder seiner Fraktion darüber informiert: „Ich bereite gern den anstehenden Umbau der Fraktion mit vor und bin auch daran interessiert, einem Nachfolger bei der Einarbeitung zu helfen“, begründete Schmitt, der in seinem Horremer Wahlkreis im Herbst 2020 erneut bei den Kommunalwahlen antreten möchte, seinen Schritt. Die Entscheidung sei ein längerer Prozess gewesen, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion erläutert: „Ich möchte mich zwar gern auch über 2020 hinaus im Stadtrat für Dormagen einsetzen, aber eben nicht mehr aus der ersten Reihe.“ Da sei es für ihn klar gewesen, rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2019/20 den Wechsel an der Fraktionsspitze zu vollziehen: „Der Zeitpunkt für diesen Tausch ist ideal“, meint Schmitt, „mit meiner Erringung der Kronprinzenwürde in Horrem hat dies nichts zu tun“, erteilt er launig vorgebrachten Spekulationen lachend eine Absage. Vor knapp zehn Monaten war Schmitt zur Hälfte der Wahlperiode als SPD-Fraktionschef mit großer Mehrheit bestätigt worden.

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Sein bisheriger erster Stellvertreter Andreas Behncke soll nach den Vorstellungen von Schmitt künftig die Fraktion führen: „Andreas Behncke hat nicht zuletzt in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU bewiesen, dass er über taktisches Geschick verfügt und in der Lage ist, politische Verantwortung zu übernehmen“, lobt Schmitt. Auch in den Haushaltsberatungen und im Stadtrat generell soll Behncke, der sich bereits profiliert habe, mit seinem Finanz-Schwerpunkt-Wissen die SPD stark vertreten, wünscht sich der Fraktionschef von seinem Nachfolger. Entscheiden müssen jedoch die Fraktionsmitglieder der SPD am nächsten Dienstag.

Darauf verweist auch Andreas Behncke, der auf Nachfrage unserer Redaktion sagt: „Wenn meine Fraktion mich wählt, stehe ich bereit.“ Bisher sei es ein Vorschlag an die Fraktion der Sozialdemokraten, den er natürlich unterstütze. Auch zu weiteren Kandidaturen oder Folgerungen möchte Behncke jetzt nichts sagen: „Wie die Konstellation nach den Kommunalwahlen in zwei Jahren sein werden, kann jetzt keiner etwas sagen.“ Er sehe keine Notwendigkeit, jetzt über Posten oder Positionen für Herbst 2020 zu reden. „Wir haben den Auftrag des Wählers bis Herbst 2020 erhalten, die politischen Geschäfte in Dormagen zu führen und die Zeit danach vorzubereiten.“ Alles weitere sei Spekulation.

Andreas Behncke, der mit Frau und Sohn in Zons lebt, war im April als stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender mehrfach als möglicher Landratskandidat der SPD und Herausforderer des amtierenden Landrats Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) für 2020 genannt worden. Am 1. Juli ist Behncke von der Stadt Köln zur Polizei nach Düsseldorf in den Bereich „Haushalt und Wirtschaft“ gewechselt. Als stellvertretender Bürgermeister war er von 2014 bis Ende 2016 in Dormagen im Einsatz. Behncke selbst hielt sich bedeckt: „Wir haben viele gute Leute, da wird die SPD eine gute Kandidatin oder einen guten Kandidaten finden“, sagt er im April auf Nachfrage.