Dormagen: Wechsel im BMW-Haus

Dormagen : Wechsel im BMW-Haus

Dormagen Eine Ära geht zu Ende: Die Familie Huntgeburth gibt das Ruder in dem gleichnamigen Autohaus im Gewerbegebiet Top-West aus der Hand. Übernommen wird das renommierte Autohaus im Top-West-Gebiet zum 1. Juni von der Hans Brandenburg GmbH aus Düsseldorf.

Dormagen Eine Ära geht zu Ende: Die Familie Huntgeburth gibt das Ruder in dem gleichnamigen Autohaus im Gewerbegebiet Top-West aus der Hand. Übernommen wird das renommierte Autohaus im Top-West-Gebiet zum 1. Juni von der Hans Brandenburg GmbH aus Düsseldorf.

"Wir übergeben ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen", sagt Senior Egon Huntgeburth. "Doch die Situation von Autohäusern unserer Größenordnung ist unter den neuen Marktbedingungen schwierig geworden", so Egon Huntgeburth. 25 Mitarbeiter, einen knapp zweistelligen Millionenbetrag als Umsatz - da wird es schwierig für das Unternehmen in dem Margensystem von BMW, in den aufgezwängten Rabatt- und Bonussystemen. Hinzu kommt, dass Huntgeburth stark in der Werkstatt und im Geschäft mit Geschäfts- und Jahreswagen ist - "das hebt nicht gerade das Gewicht bei BMW, die in erster Linie Neuwagen verkaufen wollen", sagt Junior Ralf Huntgeburth.

Egon Huntgeburth und Hans Brandenburg kennen sich seit langem, vom Geschäft und seit dem Ruhestand vom Segeln und Golfen. Sie kamen ins Gespräch. Brandenburg-Schwiegersohn und Geschäftsführer Michael Niebel begann schließlich zu rechnen... Am Dienstag wurde die Übernahme offiziell verkündet. Hans Brandenburg gegenüber der NGZ: "Das Unternehmen passt perfekt zu uns."

Die stattlichen Gebäude auf rund 10 000 Quadratmeter mit großzügigen Verkaufs- und Werkstatträumen bleiben im Eigentum der Familie Huntgeburth und sind langfristig an Brandenburg vermietet. Die etwa 25 Mitarbeiter des Dormagener Hauses werden komplett übernommen; Ralf Huntgeburth bleibt Betriebsleiter. Nur für Egon Huntgeburth bedeutet es nun endgültig Abschied nehmen von dem Betrieb, der seit 45 Jahren ein wichtiger Teil seines Lebens war.

Egon und Marie-Anne Huntgeburth kamen 1963 aus Düsseldorf nach Dormagen, boten Auto-Elektrik in einer Scheune an der Kölner Straße an, reparierten dort Mopeds, Rasenmäher und Gogomobile. 1967 wechselten sie an die Knechtstedener Straße, errichteten Halle und Werkstatt, waren damals in der technischen Ausstattung ihrer Zeit schon weit voraus. 1974 übernahm das Unternehmen die Vertretung von Leyland und Jaguar, es wurde erweitert, Honda kam hinzu, bis im Jahre 1982 umgestellt wurde auf BMW. Das Unternehmen expandierte, zog als einer der ersten Siedler in das Top-West-Gebiet, wo mit Gebrauchtwagen- und Mini-Halle zwei Mal erweitert wurde. 2003 übernahm Ralf Huntgeburth die Geschäftsleitung.

Ähnlich die Geschichte von Brandenburg. Allerdings hat Hans Brandenburg mit seinem Schwiegersohn Michael Niebel, einem Autonarr und Banker, schon Ende der 80er Jahre das wichtige kaufmännische Know how für die Expansion im Hause gehabt. Das 1969 in Düsseldorf gegründete Unternehmen ist seit Ende der 90er Jahre gewachsen: So übernahm Brandenburg zur Jahrtausendwende das fast ebenso große BMW-Autohaus Kesting in Hilden. Der Düsseldorfer Brandenburg-Betrieb wurde großzügig erweitert, in Mettmann ein komplett neues Autohaus gebaut. Heute erwirtschaftet Brandenburg mit rund 180 Beschäftigten einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro (ohne Huntgeburth und ohne Großkundengeschäft). Verkauft werden jährlich 1500 BMW, 270 Mini, 1700 Gebrauchtwagen.

Für die Dormagener Kunden verspricht Niebel weiterhin einen erstklassigen Service. Mit dem größeren Autohaus werden sich die Möglichkeiten erweitern: So wird zum Beispiel die Auswahl für Probefahrten (ständig 150 Fahrzeuge) erheblich größer, die Auswahl an Fahrzeugen noch besser.

Am Mittwoch in der NGZ:

Zur Sache Zukunft gesichert

Porträt Michael Niebel

(NGZ)
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