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Dormagen: Was Dormagen für Herren zu bieten hat

Dormagen : Was Dormagen für Herren zu bieten hat

Morgen ist Welt-Männertag: Während das Herrengedeck langsam ausstirbt und die Herrentorte auch nicht mehr ganz so gefragt ist wie einst, halten sich die Alten Herren in den Fußballvereinen wacker.

Der morgige Sonntag ist besonders den Herren gewidmet, denn es ist der Welt-Männertag. Gefeiert werden könnte dieser Tag zum Beispiel mit einem Herrengedeck, das aus einem kühlen Bier und einem klaren Schnaps, meistens Korn, besteht. Doch leider scheint diese Kombination auszusterben. "Ein Herrengedeck wird bei uns gar nicht mehr bestellt", sagt Christopher Prömpler, Inhaber des Dormagener Ratskellers. "Die meisten Herren bestellen einfach nur ein Kölsch."

Auch in der Traditionskneipe "Zum Heidekrug" in Zons ist das Herrengedeck eine Seltenheit geworden. "Es gibt noch ein paar ältere Herrschaften, die ein Gedeck bestellen, aber das ist die Ausnahme", sagt Axel Dunklau, der seit 17 Jahren Wirt im Heidekrug ist. "Früher war das Herrengedeck gang und gäbe", sagt der 68-Jährige, "ich habe das selber sogar noch getrunken. Aber die Nachfrage hat stark abgenommen." Besonders bei den jungen Leuten scheint das Herrengedeck nicht mehr gefragt zu sein. "Die trinken eher Jägermeister. Aber einen klaren Schnaps wie etwa Korn bestellen die jungen Leute nie", resümiert Axel Dunklau.

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Ähnlich wie dem Herrengedeck ergeht es der Herrentorte. Die einst beliebte Schokoladentorte mit einer meist alkoholhaltigen Kakao-Sahne-Füllung ist immer weniger gefragt. "Die Nachfrage nach einem Stück Herrentorte hat stark nachgelassen", sagt Ralf Kerp, Betreiber des Café Toni auf der Kölner Straße. "Wenn ich die Torte mal anbiete, steht sie lange rum und wird nur sehr selten bestellt", sagt er. Die Torte, die ihren Namen wegen der bei Männern oft beliebten herben Schokolade hat, ist bei vielen Leckermäulern out. Eine mögliche Erklärung dafür sieht Ralf Kerp im Alkoholgehalt. "Ich mache die Herrensahne mit Alkohol. Wahrscheinlich ist sie deshalb nicht so gefragt, da insgesamt die alkoholhaltigen Torten nicht so gut verkauft werden."

Sind etwa auch die "Herren" selbst eine aussterbende Art? Gibt es bald nur noch "Männer"? Peter Faßbender von der Alte-Herren-Fußballmannschaft des TSV Bayer Dormagen glaubt das nicht. Denn seine Alte-Herren-Mannschaft ist mit 20 Spielern immer noch relativ groß. "Als Alte Herren gelten im Fußball ja schon Spieler ab 30 Jahre, die nicht mehr in der Seniorenmannschaft spielen", sagt der 61-Jährige. "Der Jüngste von uns ist gerade Anfang 30, der Älteste ist schon 73", erzählt er weiter. Und die Truppe spielt weiterhin sehr gerne Fußball, auch wenn mittlerweile der Ehrgeiz nicht mehr ganz so groß ist wie früher. "Wir wollen einfach Spaß am Kicken haben", sagt er, "um Punkte haben wir lange genug gespielt."

Und solange man mit Spaß bei der Sache ist, fühlt man sich auch nicht alt. Einmal in der Woche wird draußen trainiert – egal, ob im Sommer oder im Winter. "Das Training hält uns fit, ist aber freiwillig. Danach sitzen wir oft noch gemütlich zusammen und quatschen ein bisschen", sagt Peter Faßbender. Bei diesen Anlässen werden oft ein Bier oder ein Korn getrunken. Anscheinend ist das Herrengedeck bei Fußballern noch nicht aus der Mode gekommen.

(NGZ)