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Analyse: Wahlen als Nagelprobe für den CDU-Chef

Analyse : Wahlen als Nagelprobe für den CDU-Chef

CDU-Parteivorsitzender André Heryschek verleiht dem Stadtverband ein moderneres, frisches Gesicht.

Der Vorsitzende blieb selbst bescheiden und sprach nachher von einem "ordentlichen Ergebnis". Die 91,2 Prozent starke Zustimmung für André Heryschek, mit der er in eine zweite Amtsperiode als CDU-Stadtverbandschef gewählt wurde, ist die notwendige Rückendeckung, die der 28-Jährige benötigt, um den Strukturwandel der Partei fortzusetzen.

Sein nüchtern vorgetragener Rechenschaftsbericht vor fast 60 Mitgliedern in der Kulle wurde indirekt zu einer bitteren Aufzählung der Versäumnisse in der Ägide seines Vorgängers Norbert Dahmen: sinkende Mitgliederzahlen, abnehmende Kampagnenfähigkeit, mäßig besuchte Parteiveranstaltungen, keine zeitgemäßen Internet-Aktivitäten. So wenig charismatisch das Auftreten des Verwaltungs-Mannes Heryschek auch ist, so geradlinig und effektiv geht er an die Umsetzung seiner Vorstellung von Parteiarbeit. Das liest sich so: Der Mitgliederschwund ist gestoppt, seit Anfang 2011 stieg die Zahl um 23 auf 542 Mitglieder; die (richtige) Rückkehr zum Mitgliedersystem bei Wahlen, Öffnung der Strukturen für Nicht-Mitglieder, Etablierung von Zukunftswerkstätten und vor allem eine deutliche Modernisierung im öffentlichen Auftreten (Corporate Design, Facebook, offene Workshops).

Der neue Vorstand deutet auf eine gesunde Mischung aus erfahrenen Hasen (Andreas Buchartz) und ambitionierten Neulingen (Vize Alana Schiffer) hin. Bislang hat Heryschek vieles richtig gemacht. Die Nagelproben folgen noch: Unterstützung des Bundestagskandidaten Hermann Gröhe, weiterhin stärkste Kraft bei der Kommunalwahl bleiben und 2015 den Bürgermeister stellen. Gelingt dies, wird der junge Parteichef berechtigt auf höhere Ämter setzen dürfen.

(NGZ/rl)