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Vox-Doku-Soap: Künstler Robert Küppers aus Dormagen spielt mit

Robert Küppers aus Nievenheim : Dormagener Künstler spielt bei Vox-Doku-Soap mit

Der Nievenheimer Robert Küppers machte bei „Altes Haus sucht Mitbewohner“ mit – an fünf Tagen wurde in seinem Haus gedreht. Am Dienstag, 8. September, wird das Ergebnis um 20.15 Uhr auf Vox gezeigt.

Der Künstler Robert Küppers hat schon viel gesehen – und viel erlebt. So hat er bereits mehrfach mit seinen Werken Preise bei der Dormagener Gemeinschaftsausstellung „D’Art“ abgeräumt, ist als Maler ebenso kreativ wie bei seinen Skulpturen und Fotografien. Er ist neugierig auf Menschen und Erlebnisse, findet in der Natur, in Alltagsgegenständen und Momentaufnahmen immer wieder Neues, das er zu Kunstwerken verarbeitet: Ob mit der Kamera, als Objektkunst oder mit einer Performance. Seit 2008 hat der Künstler zudem das Tanzen für sich „wiederentdeckt“, hat 2018 bei einem Tanzprojekt mit Jugendlichen der Gruppe „Urbanatix“ als Oldie auch für Altbundespräsident Joachim Gauck getanzt.

Aber dass er sich mit 67 Jahren im vorigen Herbst noch auf ein besonderes Fernseh-Experiment eingelassen hat, hätte er selbst nicht geglaubt. Am Dienstag, 8. September, ist er zur „besten Sendezeit“ um 20.15 Uhr in der Sendung „Altes Haus sucht Mitbewohner auf Vox im TV zu sehen. Dabei geht es darum, dass „etwas Ältere“ auf junge Leute treffen, mit denen sie eine Zeit lang zusammenwohnen. Das Prinzip mehrerer Gruppen setzt darauf, dass ältere Menschen, die allein leben, genügend Wohnraum haben, in dem sie Studenten oder andere junge Menschen aufnehmen könnten.

Die Dreharbeiten im vorigen Herbst im Haus von Robert Küppers in Nievenheim für die Vox-Show „Altes Haus sucht Mitbewohner“. Foto: privat

„Ich habe keine Ahnung, was die Crew da zusammengeschnitten hat“, berichtet der sympathische Nievenheimer. Material war genug vorhanden, schließlich wurde im Herbst 2019 fünf Tage lang – weit vor der Corona-Pandemie – im Haus von Robert Küppers in Nievenheim gedreht. „Jeden Tag waren fünf bis sechs Leute um mich herum, da sagt man sicher auch mal was Unbedachtes“, ist sich Küppers sicher, dass im TV auch was Ungewöhnliches zu sehen und hören sein wird. „Durch meine vielen Kunstprojekte, auch durch den Ausdruckstanz und meine Bühnenerfahrung, hatte ich aber überhaupt keine Angst davor, mich zu blamieren“, beschreibt Küppers.

Robert Küppers ist gespannt auf das TV-Experiment. Foto: Vox

Die ganze ungewöhnliche Situation hat ihm insgesamt „sehr viel Spaß“ bereitet, auch das Zusammentreffen mit dem jungen Mitbewohner Daniel Knußmann genannt „Alfie“, war interessant und sehr fröhlich: „Er ist ein netter Typ, der aus dem Hessischen stammt. Wir haben uns von der ersten bis zur letzten Minute gut verstanden“, sagt Küppers. Der junge Mann ist Kommunikations-Designer, Storyboard Artist, Filmemacher und Siebdrucke. Kein Wunder also, dass Küppers seinem Gast seine Kunst näher gebracht hat. Aber er hat auch seine zweite Leidenschaft, das Gärtnern, vermittelt: „Wir haben im Garten alles parat gemacht – und uns dann zur Belohnung einen Grappa im Strandkorb gegönnt“, berichtet Robert Küppers lachend. Das „Beweisfoto“ davon ziert jetzt momentan sein WhatsApp-Profil. Auch sonst waren sie viel draußen unterwegs, haben eine Treckerfahrt mit Küppers’ eigenem Traktor unternommen und eine Performance auf einer Wiese in Straberg abgeliefert. Die beiden haben auch gemeinsam gekocht und im K 21 in Düsseldorf eine Installation von  Tomás Saraceno erlaubterweise erklommen.

Auf dem Trecker von Robert Küppers wurden Runden gedreht. Foto: privat

Bei den Filmaufnahmen mit einem knapp 40 Jahre Jüngeren kam Robert Küppers nicht nur seine offene Art zugute, sondern auch seine Erfahrungen durch das Couchsurfing: „Auch dabei gilt für mich immer: Der Mensch steht im Vordergrund, das Alter spielt keine Rolle.“ Nur in einem Fall: „Beim Tanzen hat man schon gemerkt, wer der Ältere ist...“ Der Künstler ist eben neugierig auf neue Menschen, was ihn sehr bereichert: „Es ist immer eine tolle Erfahrung, andere Menschen zu treffen – und in diesem Fall auf eine andere Generation zuzugehen.“

Auch wenn alle vom Fernsehteam der Vox-Sendung bei den Aufnahmen im Herbst 2019 in Nievenheim und Umgebung sehr nett gewesen seien und er viel Spaß beim Drehen gehabt habe, waren die fünf Tage aber auch anstrengend, wie Küppers zugibt: „Das war schon aufregend und fordernd zugleich.“ Daher kann er trotz der vielen positiven Erfahrungen jetzt gar nicht sagen, ob er noch einmal ein Drehteam und einen Bewohner für fünf Tage so komplett in sein Haus aufnehmen würde: „Ich genieße eben auch gern meine Freiheit“, sagt Küppers. Ab und zu hätten sie auch ein klein bisschen geschauspielert, gibt der Künstler augenzwinkernd zu.