1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Vorschlafen für Dienst im Bus

Dormagen : Vorschlafen für Dienst im Bus

Früh morgens oder spät abends nehmen Dormagener Busfahrer Pendler und Feiernde auf, um sie sicher zu transportieren. Erik Sommer ist einer dieser Fahrer. Die NGZ stellt Leute vor, die arbeiten, wenn andere schlafen.

Für jeden Fahrgast hat er ein freundliches Wort. Auch nachts macht Erik Sommer da keine Ausnahme: "Die meisten Gäste sind sehr freundlich, auch spätabends", sagt der 47 Jahre alte Busfahrer. Wie seine 24 Kollegen befördert er Passanten im ganzen Stadtgebiet. Sommer mag seinen Job: "Ich bin mit ganzem Herzen Busfahrer und habe gern Kontakt mit den Kunden", sagt er. Dabei zollt er allen Fahrgästen gleich welchen Alters oder Nationalität Respekt.

Diese Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, so wird Erik Sommer oft gegrüßt, wenn ihn Fahrgäste im Bus vorbeifahren sehen — im Bus sowieso. "Manchmal schenken mir Fahrgäste auch Schokolade oder ein Neujährchen, das freut mich sehr", erzählt der Busfahrer, der sich besonders um ältere Fahrgäste und Mütter mit Kinderwagen bemüht. Dann senkt er seinen Bus zur Seite ab, so dass der Einstieg nicht so beschwerlich ist. "Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit", sagt er, der "knapp 90 Prozent" der Fahrgäste kennt, die mit ihm unterwegs sind: "Das ist das Schöne an Dormagen: Man kennt und grüßt sich."

Nachts zu arbeiten, macht Erik Sommer nicht viel aus, auch das Fahren im Dunkeln bereitet ihm keine Probleme: "Natürlich hat es kein Autofahrer gern, wenn es im Dunkeln stark regnet, aber dann fahre ich entsprechend vorsichtig", erläutert der 47-Jährige. Bei einem Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Übungsgelände in Grevenbroich habe er zudem Fahren bei Aquaplaning und schnelle Ausweichmanöver erneut trainiert.

"Alle Stadtbus-Fahrer werden jährlich geschult und auf den neuesten Stand gebracht", weist er auf Fortbildungsmöglichkeiten hin. Die sind ihm wichtig, schließlich hat Erik Sommer eine große Verantwortung: "Die Fahrgäste und die anderen Verkehrsteilnehmer haben ein Recht auf einen fitten Fahrer, der sicher am Steuer ist."

Das Bemühen, fit zu sein, gilt auch für die Nachtschicht, die an Wochentagen von 17 Uhr bis kurz vor 1 Uhr und am Wochenende bis 3 Uhr dauert, wie Erik Sommer berichtet: "Da schlafe ich dann immer vor, damit ich am Steuer ausgeschlafen bin." Wichtig sei dabei, nicht morgens schon aufzustehen, sondern noch liegen zu bleiben. Mit seiner Frau Angelika, mit der der gebürtige Düsseldorfer in der Nähe von Bergheim wohnt, hat er die Nachtschichten abgestimmt: "Das ist kein Problem für unser Familienleben, da ich ja nicht ständig Nachtschicht habe."

Als Ausgleich geht Erik Sommer gern spazieren oder arbeitet in seinem Garten: "Ich bin gern in der Natur, das beruhigt mich sehr", sagt der Busfahrer, der seit 2003 für die Stadtbus Dormagen GmbH im Einsatz ist. Auch Motorradfahren zählt zu seinen Hobbys.

Bis auf einige alkoholisierte Fahrgäste oder Störenfriede hat Sommer nichts an seinem Job auszusetzen: "Er macht mir rundum Spaß!"

(NGZ/rl)